Rezension: The Music of what Happens von Bill Konigsberg

Rezension auf einen Blick

Themen: Foodtruck, Liebe, LGBTQ
So hat sich das Buch angefühlt: romantisch, verliebt, verzweifelt
Der erste Satz: „Da ist diese Sache, die mir mein Vater beigebracht hat, als ich noch klein war.“

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Max und Jordan könnten kaum unterschiedlicher sein. Max ist der Sportler, Jordan der sensible Dichter. Doch als Jordan mit seinem Foodtruck Hilfe braucht, stellt er Max ein. Die Arbeit gestaltet sich nicht immer einfach, die beiden geraten wegen ihrer unterschiedlichen Art immer wieder aneinander. Aber sie verstehen sich auch außergewöhnlich gut. Und irgendwann knistert es dann auch. 

Das Buch hat mich sehr berührt. Es hat seine Fehler. Es passiert nicht wirklich viel, die Geschichte ist an manchen Stellen eher langsam. Aber all das war mir irgendwie egal. Denn ich habe mit den beiden sehr mitgefühlt. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt und beide haben sich so real angefühlt. Die Ängste der beiden, ihre Zweifel, ihre Gedanken waren sehr realistisch. So denken richtige Menschen. Deswegen hat mich ihre Liebesgeschichte auch so berührt. Viele Themen, die in diesem Buch angesprochen werden, werden sensibel und differenziert behandelt. Ich musste weinen, doch das Buch lässt einen auch mit einem hoffnungsvollen Gefühl in der Magengrube zurück. 

Hinweis: Auf der ersten Seite des Buches steht eine Triggerwarnung. Wer will, kann auf Seite 446 des Buches nachlesen, welche potenziell triggernden Inhalte im Buch enthalten sind.

Spoilerwarnung

Jordan und seine Mutter haben große Geldprobleme. Wenn sie das Geld für die Hypothek nicht zusammenkriegen, werden sie ihr Haus verlieren. Doch sie haben keine Erfahrung mit dem Foodtruck von Jordans verstorbenem Vater. Jordans Mutter ist überfordert und so kommt es, dass sie Max einstellen. 

Max und Jordan brauchen eine Weile, bis sie gut zusammenarbeiten können, doch dann schaffen sie es, viel Geld zu verdienen. Sie treffen sich auch nach der Arbeit und kommen sich näher. 

Max‘ Freunde und Jordans Freundinnen wirken auf den ersten Blick sehr oberflächlich, doch wenn es darauf ankommt, merkt man doch, dass hinter den dummen Sprüchen tiefe Freundschaften liegen. Das hat mir sehr gefallen. Ich habe die Freunde erst für flach gehalten, doch sie haben mit der Zeit immer mehr Tiefe bekommen. 

Jordan denkt immer, dass er nicht gut genug für Max ist, dass Max ihn niemals mögen könnte. Seine Selbstzweifel waren stark, haben sich aber auch super realistisch angefühlt und auch wie die beiden es geschafft haben, sich gegenseitig aufzubauen. 

Jordan denkt, dass Max keine Probleme hat. Doch auch hinter Max’ augenscheinlicher guter Laune verbringt sich sehr viel. Max hatte einen Tag, bevor die Handlung einsetzt, sein erstes Mal. Es beschäftigt ihn. Er redet sich ein, dass er einfach nur ein bisschen enttäuscht ist, weil es nicht gut gelaufen ist. Doch der Leser erfährt immer mehr darüber. Max kriegt Panik, wenn er daran denkt. Und dann stellt sich heraus, dass er vergewaltigt wurde. Max wollte das erst nicht so sehen, weil er ja ein großer Kerl ist, der sich hätte wehren können. Doch in dem Moment war er wie erstarrt. 

Der Autor ist mit Max’ Trauma sehr respektvoll umgegangen. Max’ Gefühle waren sehr nachvollziehbar und wie seine Freunde, Mutter und Jordan damit umgegangen sind, war auch schön. Ihm geht es nicht sofort wieder komplett gut, aber er setzt sich damit auseinander und hat viele Menschen, auf die er sich stützen kann. 

Am Ende schaffen Max und Jordan es zwar, das Geld zu beschaffen, doch Jordans Mutter verspielt alles. Jordan zieht bei Max ein. Dass er seine Mutter quasi an ihre Spielsucht verloren hat, beschäftigt ihn, doch Max ist für ihn da. Am Ende ist nicht alles perfekt, aber die beiden sind füreinander da und deswegen werden sie das irgendwie auch alles schaffen. 

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen. Es ist eine sehr süße Liebesgeschichte, die nicht vor schweren Themen zurückschreckt und sie sensibel behandelt. Eine sehr reale Geschichte, die trotz wenig Handlung irgendwie funktioniert und viele Gefühle auslöst. Zumindest bei mir. 

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