Rezension: Throne of Glass. Celaenas Geschichte von Sarah J. Maas

Rezension auf einen Blick

Themen: Assassinen, Training, Verrat
So hat sich das Buch angefühlt: arrogant, selbstbewusst, traurig
Der erste Satz: Celaena Sardothien saß im Unterschlupf der Assassinen im Versammlungsraum und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Celaena ist die berüchtigte Assassinin im gesamten Königreich. Sie ist von sich selbst überzeugt, kompromisslos und lässt sich nur ungern etwas sagen. Verschiedene Missionen führen sie an die unterschiedlichsten Orte des Königreichs und in gefährliche Situationen. Genauso wie sie wurde Sam von dem Meister der Gilde, Arobynn Hamel, trainiert, und obwohl er und Celaena am Anfang nicht immer miteinander auskommen, bestehen sie doch viele Abenteuer gemeinsam. Celaena zweifelt immer mehr an ihrem Meister und bringt damit nicht nur sich selbst, sondern auch Sam in Gefahr. 

Ich wusste nicht, ob dieses Buch für die Reihe relevant ist, da es außerhalb steht, doch jetzt weiß ich, dass man es auf jeden Fall gelesen haben sollte, um Celaena und ihre Entwicklung als Person verstehen zu können. Die Ereignisse finden vor der Handlung des ersten Buches statt und schildern ihr Leben als Assassinin. Da im ersten Band immer nur davon gesprochen wird, hat es richtig Spaß gemacht, sie ganz in ihrem Element zu erleben. 

Die Geschichte ist in fünf Kurzgeschichten aufgeteilt, die aber doch alle zusammenhängen. Es liest sich also wie ein ganz normales Buch und extrem spannend. Auch kommen hier schon Elemente vor, die in den folgenden Bänden von Bedeutung sind und mehr Sinn ergeben, wenn man dieses Buch gelesen hat.

Ich habe mich sofort in die Dynamik von Sam und Celaena verliebt, die für mich ganz klar den größten Reiz der Geschichte darstellt. Die beiden beginnen als unwillige Partner und kommen sich näher. Sam ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere der gesamten Reihe und da es so viele tolle Charaktere gibt, muss das echt was heißen. 

Arobynn ist ein Charakter, der zwar nicht sympathisch ist, den ich aber an sich super interessant finde. Seine Motivation ist nie ganz klar und auch seine Absichten mit Celaena. Sie ist sein Protegé, aber man fragt sich immer wieder, wie tief seine Loyalität reicht. Seine Beziehung zu Celaena ist komplex. Sie kann ihm das Wasser reichen und es ist nicht klar, ob er das gut oder schlecht findet. 

Alles in allem kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen und das liegt vor allem an meinem geliebten Sam Cortland! 

Spoilerwarnung

1. Novella

Celaena lehnt sich das erste Mal gegen Arobynn auf, in dem sie ihm ein Geschäft versaut. Er will Geld mit dem Sklavenhandel machen und einen Deal mit dem Piraten Rolfe eingehen. Celaena befreit mit Sams Hilfe die Sklaven und dadurch verliert Arobynn viel Geld. Bei diesem Abenteuer arbeiten Celaena und Sam das erste Mal richtig zusammen und werden so etwas wie Freunde. Sie kennen sich seit Jahren, aber erst jetzt schaffen sie es, sich über ihre Differenzen hinweg zu setzen. Ihre Aktion ist waghalsig und mutig. Und doch funktioniert sie. Die beiden als Team arbeiten zu sehen, war richtig schön. 

2. Novella

Sie ist eher kurz und zeigt die Nachwirkungen von Celaenas Wagemut. Sie wurde von Arobynn zusammengeschlagen und nun auf die Reise zu den Schweigenden Assassinen geschickt, um dort zu trainieren. Das ist ihre Strafe. Auf dem Weg dorthin trifft sie auf eine junge Frau Yrene, der sie hilft. Hier zeigt sich ihre sanftere Seite, die nur selten zum Vorschein kommt. Sie überlässt ihr Geld, damit die junge Frau ihren Traum, Heilerin zu werden, nachgehen kann. 

3. Novella

Celaena muss sich bei den Schweigenden Assassinen beweisen und ein Empfehlungsschreiben des Meisters verdienen, bevor sie nach Hause zurückkehren kann. Sie beweist sich und findet eine enge Freundschaft mit Ansel. Diese hintergeht sie und bringt den Meister fast um. Doch Celaena rettet diesem das Leben und verschont das von Ansel. Dafür gibt der Meister ihr genug Geld, damit sie alle ihre Schulden bei Arobynn begleichen und eine freie Frau werden kann.

Hier lernt Celaena Bescheidenheit und Freundschaften zu schließen, was ihr sonst immer extrem schwer gefallen ist. 

4. Novella

Endlich ist sie zurück in Rifthold und somit auch bei Sam. Ich bin richtig ungeduldig geworden, weil es so lange gedauert hat, bis sie endlich wieder auf ihn getroffen ist. Sam hat mit Arobynn ein angespanntes Verhältnis, seitdem er Celaena verprügelt hat. Das hat er seinem Meister nie verziehen. Celaena soll einen Auftrag erfüllen und Sam hilft ihr. Arobynn bringt beide dazu, einen Mann zu töten, der sich gegen den Sklavenhandel einsetzt, weil er ihnen genau das Gegenteil weisgemacht hat. Damit wollte er ihnen wieder mal seine Überlegenheit unter Beweis stellen. Celaena ist bitter, doch sie kann ihre und auch Sams Schulden begleichen. Die beiden sind frei und werden ein Paar. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie wirklich glücklich. 

Diese Novella hat mir richtig gut gefallen. Sam und sie haben zusammengearbeitet und sich ihre Gefühle füreinander eingestanden. Sam hat sie schon immer geliebt und dieses Geständnis war so ziemlich die schönste Stelle des Buches. 

5. Novella

Celaena und Sam wollen in einem anderen Land neu anfangen und wollen vorher einen letzten Job machen, um Geld dafür zusammenzubekommen. Doch alles geht schief. Arobynn legt sie rein. Sam stirbt und Celaena wird gefangen genommen und in die Salzminen nach Endovier geschickt. Damit wäre die Ausgangssituation für den ersten Band geschaffen. 

Diese Kurzgeschichte hat mir das Herz gebrochen, obwohl ich schon genau wusste, was passieren wird. Ich hatte den ersten Band der Reihe schon gelesen. Also wusste ich, dass Sam stirbt. Es hat mich trotzdem richtig fertig gemacht. Sam wird in eine Falle gelockt, während Celaena in ihrer gemeinsamen Wohnung auf ihn wartet. Er wird nicht nur getötet, sondern zu Tode gefoltert. 

Die Emotionen, die Celaena hat, als sie seine entstellte Leiche sieht, waren so gut beschrieben, dass es mich richtig getroffen hat. Als sie Rache nehmen will, wird auch sie geschnappt. Das Ende ist damit echt deprimierend, weil sie trauernd die Minen von Endovier betritt. Ein Ort, von dem sie weiß, dass die meisten Arbeiter dort nur einen Monat überleben. 

Diese Vorgeschichte hat mir extrem gut gefallen. Ich wusste nicht, ob es mich würde packen können, da ich schon wusste, was passieren würde, aber das hat es trotzdem. Der Verlust von Sam war trotzdem tragisch und ich bin immer noch nicht darüber hinweg, dass er in keinem weiteren Teil mehr vorkommen kann. Das ist echt furchtbar. Aber das Buch ist wirklich gut und ich würde jedem ans Herz legen, es zu lesen. 

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