Interview: Autorin Alana Falk

Interview auf einen Blick

Nie wieder lesen oder nie wieder schreiben? Kill me now.
Welches Genre dominiert dein Bücherregal? Definitiv Fantasy. 
Was ist dein Lieblingsbuch aus deiner Kindheit? Die unendliche Geschichte, Anne of Greengables, Die Löwin von Tortall, und auch Die Brüder Löwenherz. Letzteres lese ich gerade wieder und merke jetzt erst, wie sehr dieses Buch in Allem mein Schreiben beeinflusst hat.

Autorin Alana Falk ist mit ihrem neusten Buch „Cursed Kiss“ auf Platz 34 der Spiegel-Bestseller-Liste gelandet. Im Interview erzählt sie, was wir vom zweiten Band zu erwarten haben, was sie an dem Genre Fantasy so fasziniert und wie ihr Werdegang als Autorin aussah.

Wie kam dir die Idee zu Cursed Kiss?

Der Verlag hatte mich gefragt hat, ob ich Lust hätte, ein Buch über Rachegöttinnen zu schreiben, einen College-Romantasy-Roman mit Fokus auf einer prickelnden Love-Story im New Adult-Stil. Dazu hatte ich sehr große Lust, und das Schreiben an Gods of Ivy Hall hat mir dann auch sehr großen Spaß gemacht. 

Wer ist dein Lieblingscharakter in Cursed Kiss?

Das ist schwer zu sagen, eigentlich liebe ich sie alle. Ich liebe Erins direkte Art und dass sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Aber Arden zu schreiben, war einfach herrlich. Er ist so liebenswert und sein Humor schreibt sich einfach sehr schön. In Band 2 hat er es mir allerdings ziemlich schwer gemacht, bis ich den richtigen Dreh gefunden hatte. Von den Nebenfiguren ist definitiv Kali mein Favorit.

Was kannst du schon über den zweiten Teil verraten? Auf was dürfen wir Leser uns besonders freuen?

In „Lost Love“ wird es ein bisschen mehr Mythologie geben und vieles, was in Band 1 vielleicht belanglos schien, wird sich als bedeutsam herausstellen. Freuen kann man sich auf einen heißen Fechtkampf zwischen Arden und Damon 😉 , neue Charaktere, die Chaos stiften, und eine Bromance, die ich beim Schreiben sehr geliebt habe. Aber im Zentrum steht natürlich der Konflikt, der sich am Ende von Band 1 eröffnet hat (den ich jetzt hier aus Spoiler-Gründen nicht nennen will), der viel Schmerz mit sich bringt, aber Erin und Arden auch an sehr spannende neue Orte führen wird. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie Band 2 euch gefallen wird.

In Cursed Kiss spielt griechische Mythologie eine große Rolle. Gibt es auch andere Mythologie, die dich zu einer Geschichte inspirieren könnte?

Ich bin generell jemand, der eigentlich lieber komplett eigene World-Buildings erfindet, das macht mir am meisten Spaß. Aber wenn Mythologie, dann die griechische, die einfach sehr viele spannende Ansatzpunkte bietet. Für Sternensturm / Sternenfinsternis habe ich mir ein klein wenig Inspiration in der polynesischen Kultur und Mythologie geholt, das merkt man wahrscheinlich nicht mehr am Text, weil ich da etwas komplett Unabhängiges entwickelt habe, aber die Recherche dazu war damals sehr spannend und es war mal was ganz Neues.

Warum schreibst du Fantasy? Was fasziniert dich daran?

Ich liebe Fantasy, weil sie so viele Möglichkeiten bietet, neben einer tollen Liebesgeschichte eine spannende Handlung zu bauen, für die die Entwicklung der Liebesgeschichte am Ende essentiell ist. Ich liebe es, dass man in der Fantasy reale Themen mit etwas märchenhaftem Abstand verarbeiten kann und dadurch neue Blickwinkel möglich werden. Ich liebe märchenhafte Settings und Love Interests, die mit ihrer dunklen Seite kämpfen. Aber am meisten liebe ich doppelte Böden und unerwartete Wendungen und die lassen sich mit Fantasy einfach am dramatischsten inszenieren.

An welches Genre würdest du dich gerne mal heranwagen?

Ich bin im Moment ganz happy, da, wo ich bin. Ich möchte in Zukunft wieder mehr zur Romance zurück und Geschichten mit toller Fantasyhandlung schreiben, bei denen aber trotzdem die Romance im Mittelpunkt steht. New Adult Fantasy im weitesten Sinne, vermutlich ohne College-Setting, sondern in einer eigenen Welt, die unserer aber sehr gleicht. Mein heimlicher Traum ist es, mal eine Folge für „Die drei Fragezeichen“ zu schreiben, weil ich ein großer Fan der Serie bin, und es für mich das höchste Fangefühl wäre, wenn die genialen Sprecher der drei Fragezeichen eine meiner Geschichte vertonen würden. 

Woran arbeitest du gerade und was kannst du schon darüber verraten?

Ich arbeite gerade noch an „Du und ich ein letztes Mal“ (Lily Oliver), da sind Droemer Knaur und ich jetzt am letzten Durchgang. Wann das Buch nun letztendlich erscheint, steht noch nicht fest, aber hoffentlich kann ich dazu bald mehr sagen. Es wird aber definitiv frühestens 2021 sein. Demnächst werde ich anfangen, den Nachfolger davon (DUIESL) zu schreiben, ebenfalls ein realistischer Liebesroman, der damit in einer losen Verbindung steht. Außerdem arbeite ich gerade an Projekt DLNDM, das mich gerade voll gefangen nimmt. Ich möchte darüber noch nichts sagen, außer, dass es für mich absolutes Neuland ist und ich mich täglich frage, warum ich das schreiben will, weil es sich im Angesicht der nötigen Recherche wie absoluter Größenwahn anfühlt, es überhaupt zu versuchen. Aber es lässt mich einfach nicht los, da warten so viele große Gefühle, so viel Schmerz und Freude, romantische Sommerwiesen und andere, prachtvolle, glizernde Settings und wahnsinnig faszinierende Figuren. Ich kann einfach nicht anders, als mich immer wieder dran zu setzen. Ob es am Ende ein Buch wird, kann ich allerdings noch nicht sagen und bis ich das weiß, genieße ich gerade einfach die Zeit dieser ersten Verliebtheit, die ich mit dem Projekt und den Figuren ganz allein für mich habe. 

Was inspiriert dich, wenn du beim Schreiben nicht weiterkommst?

Meist Recherche oder Plotarbeit. Wenn ich beim Schreiben nicht weiterkomme, stimmt meistens an der Geschichte was nicht. Ich bin irgendwo falsch abgebogen, oder will meine Figuren zu etwas zwingen, was ich mir überlegt hatte, was aber nicht zu ihnen passt. Dann muss ich noch mal ran und überarbeiten und danach geht es mit dem Schreiben meist auch wieder.

Was fällt dir beim Schreiben am schwersten?

Ich möchte immer alles vorher schon genau planen, weil ich dann am freiesten schreiben kann und das schönste Schreiberlebnis habe. Aber ich schreibe am liebsten Geschichten mit vielen Wendungen und doppelten Böden und obwohl gerade da eine gute Planung besonders wichtig ist, ist es gerade da auch am schwersten. Irgendwann kommt der Punkt, wo man die Planung loslassen und schreiben muss. Ein Projekt mit Tiefe und einer tollen, dichten Story so ausführlich vorauszuplanen, dass ich es einfach runterschreiben kann, das wird, nach einer anfänglichen, sehr leichten Phase, irgendwann richtig schwer.

Was fällt dir beim Schreiben am leichtesten?

Das ist vom Projekt abhängig. Generell, wenn alles gut geplant ist, kann ich sehr schnell schreiben, das fällt mir dann leicht. Aber auch das Planen macht mir großen Spaß und sogar das Überarbeiten und Feilen an den winzigsten Details, wozu mir nur leider oft die Zeit fehlt, was ich in Zukunft unbedingt ändern möchte. Exposés schreiben fällt mir relativ leicht, weil ich von der Idee meist sehr schnell durch die erste Verliebtheit bis zum Gerüst der Geschichte getragen werde. Und danach kommt dann eben das oben genannte, detailverliebte, perfektionistische Planen, das mich gelegentlich an den Rand der Verzweiflung bringt.

Hast du eine seltsame Lese- oder Schreibgewohnheit?

Das ist eine coole Frage. Ich schreibe ja nicht mehr so viel, sondern diktiere mit einer Sprachsoftware, da ich aber nah am Wasser gebaut bin, und öfter mal beim Schreiben losheule, kommt dann manchmal nur noch unverständliches Zeug beim Computer an.

Kannst du dich an die erste Geschichte erinnern, die du jemals geschrieben hast? Und wenn ja, wie alt warst du?

Ich habe früher nie geschrieben, ich wollte nie Autorin werden, das kam erst viel später. Ich habe als Kind immer nur gezeichnet. Das einzige, an was ich mich erinnere, ist ein Drehbuch für einen Film, der zur Zeit der französischen Revolution spielen sollte, und den ich mit Freunden drehen wollte. Dieses Drehbuch habe ich mit 13 geschrieben. Danach dann lange nichts mehr, bis ich 2008 das Schreiben von Romanen für mich entdeckte.

Was ist dir auf deinem Weg als Autorin am schwersten gefallen?

Am schwersten ist das ständige Auf und Ab der Gefühle. Man unterschätzt das am Anfang sehr. Ein Vertrag im Großverlag ist erst der Anfang, danach wird es nicht leichter, sondern eher … anspruchsvoller. Es gibt viele Faktoren am Autorendasein, die einen sehr unter Druck setzen, aber auch viele, die euphorische Freude verursachen. Diese Achterbahnfahrt ist oft sehr schwer zu meistern.

Wie sah dein Weg als Autorin bis jetzt aus?

Ich habe 2008 angefangen zu schreiben, dann erst mal lange geübt und das Handwerk gelernt, bis ich mich gut genug gefühlt habe. 2013 habe ich zum allerersten Mal etwas an einen Verlag geschickt, mein Debut „Die blutroten Schuhe“, das ich bei einem Kleinverlagswettbewerb eingereicht habe. Es wurde genommen und erschien noch im selben Jahr bei Machandel. Ungefähr zeitgleich nahm ich an einem Wettbewerb bei Droemer Knaur teil, bei dem man einen Schreibworkshop gewinnen konnte. Diesen durfte ich mitmachen und danach hat Knaur mir für mein Buch „Die Tage, die ich dir verspreche“ (als Lily Oliver) einen Vertrag angeboten. Zu diesem Zeitpunkt kam ich auch zu meiner ersten Agentur. Neben meinen ersten Großverlagsveröffentlichungen habe ich in einem weiteren Kleinverlag meine vierbändige „Seelenmagie“-Reihe veröffentlicht, wofür ich den Vertrag schon vor meiner Zusammenarbeit mit der Agentur gemacht hatte, und bei Droemer Knaur auch Erotikromane (als Emilia Lucas) geschrieben. In den ersten vier Jahren sind so 13 Romane und zwei Kurzgeschichten von mir erschienen. Inzwischen habe ich mit der Erotik aufgehört, weil es mir zu viel wurde, und beschlossen, mich ganz auf Romance (Knaur) und Romantasy (Ravensburger) zu konzentrieren. Mit Cursed Kiss ist einer meiner großen Autorenträume in Erfüllung gegangen, als das Buch, dank meiner lieben, genialen Leser, auf Platz 34 der Spiegel-Bestsellerliste Hardcover platziert war. Jetzt freue ich mich sehr auf die Veröffentlichung von Band 2 „Lost Love“ und bin sehr gespannt, was die Zukunft noch bringt. 

Welchen Tipp würdest du angehenden Autoren und Autorinnen geben?

Durchalten, durchhalten, durchhalten, sich mit Freunden zusammen tun und die Bücher gegenseitig testlesen, denn so habe ich bisher am meisten und am besten gelernt. Und sich immer wieder klar machen, dass Schreiben vor allem eins sollte: Spaß machen und das Leben bereichern.

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