Rezension: Lovely Curse. Erbin der Finsternis von Kira Licht

Rezension auf einen Blick

Themen: Neuanfang, Trauer, Apokalypse
So hat sich das Buch angefühlt: mysteriös, verknallt, zickig
Der erste Satz: „Es war nicht die Trauer, die Wut oder die Verzweiflung, die mich verrückt machen würde.“

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Nach dem Tod ihrer Eltern muss Aria zu ihrer Tante in die texanische Provinz ziehen. Dort muss sie nicht nur ihre Trauer verarbeiten und versuchen, sich einzuleben, sondern sich auch mit ihren Mitschülern auf der Highschool rumschlagen, die ihr das Leben schwer machen. Nur mit Simon kommt sie gut klar, was man von Dean nicht wirklich behaupten kann. Das alles ist eigentlich schon anstrengend genug, doch dann wacht sie eines Morgens mit weißen Haaren auf und findet keine logische Erklärung dafür. Sie ist nicht die Einzige, die sich über Nacht verändert, denn das Ende der Welt naht und Aria ist der erste Todesbote.

Vor allem die Prämisse des Buches hat mich dazu gebracht, es zu kaufen. Die Idee finde ich super spannend. Ich hätte mir nur im Nachhinein gewünscht, dass der Verlag das Thema Apokalypse eben noch nicht gleich auf dem Klappentext verraten hätte. Aria ist ahnungslos und muss erst einmal herausfinden, was mit ihr passiert. Ich glaube, das Buch hätte mir noch besser gefallen, wenn ich hätte miträtseln können. Dadurch, dass die Auflösung schon im Klappentext steht, geht das ein bisschen verloren. 

Die übernatürlichen Elemente der Geschichte kommen nur nach und nach hinzu, womit ich nicht gerechnet hätte. Wer also von Anfang an gleich viele Fantasy-Elemente haben will, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Die Geschichte fokussiert sich nämlich besonders auf Arias Trauer und ihre Beziehungen zu ihren Mitmenschen. Mir hat das sehr gut gefallen, aber ich lese auch gerne nicht-fantastische Geschichten, die sich langsam und organisch entwickeln. Wer gerne Fantasy und Romance liest, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten. 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und das liegt vor allem an den Charakteren. Aria ist sehr sympathisch, und ich fand alle ihre Reaktionen auf die verrückten Dinge, die ihr passieren, sehr realistisch. Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich auch erstmal nach einer logischen Erklärung suchen.

Auch die Nebencharaktere sind mir super ans Herz gewachsen. Arias Beziehung zu ihrer Tante hat sich sehr realistisch angefühlt. Beide trauern und wissen nich genau, wie sie mit den neuen Verhältnissen umgehen sollen, geben aber ihr Bestes. Mein Liebling unter den Nebencharakteren war dann auch jemand, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte, aber dazu im Spoilerteil mehr. 

Mein Fazit ist also, dass ich das Buch auf jeden Fall empfehlen kann, an jeden, der auch gerne langsame Geschichten liest und nicht in jedem Kapitel ein fantastisches Element braucht. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den zweiten Teil und werde ihn unbedingt lesen. Ich muss wissen, wie diese Geschichte ausgeht! Unbedingt!

Spoilerwarnung

Als Aria in Texas ankommt, fällt ihr als erstes auf, dass das Wetter dort verrückt spielt. Viele Tiere werden von einer roten Alge im Wasser vergiftet und sterben. Und der Sommer ist noch heißer und trockener als die Jahre zuvor.

Doch zunächst hat sie mit ihren Mitschülern, die es ab dem ersten Tag auf sie abgesehen haben, genug Sorgen. Vor allem Noemi macht ihr das Leben schwer. Und sie kann sich nicht einmal bei ihrer besten Freundin Tammy ausheulen, weil die sie auf einmal ignoriert. Erst als sie dem charmanten Simon begegnet, hat sie wieder etwas bessere Laune. Sie verknallt sich eigentlich sofort in ihn. 

Nur wenige Minuten später trifft sie auf Dean, der in der Stadt einen sehr schlechten Ruf hat. Mit ihm gerät sie immer wieder aneinander, doch die Anziehung zwischen ihnen lässt sich nur schlecht leugnen. 

Ich muss ja zugeben, dass ich ein absoluter Dean-Fan bin. Simon ist nicht so mein Fall. Ich fand ihn nett und lieb, doch er beginnt auch schnell, es zu übertreiben. Aria und er sind schnell ein offizielles Paar und auf einmal kontrolliert er sie, indem er sie ständig anruft und wissen will, wo sie ist. Er hat seine positiven Eigenschaften, aber ich war schon immer ein Fan von den unangepassten Charakteren und das ist in diesem Fall auf jeden Fall Dean.

Er fordert Aria heraus und das tut ihr gut. Die beiden küssen sich zwar, doch am Ende des Buches entscheidet sich Aria für Simon. Falsche Entscheidung, meiner Meinung nach, aber das kann sie ja im zweiten Teil immer noch ändern. Ich glaube daran!

Was ich aber fast noch besser fand als Arias Beziehung zu den beiden Männern in ihrem Leben, war ihre Beziehung zu Noemi, die ihr zwar zuerst das Leben schwer macht, sich aber irgendwann als sehr interessanter Charakter mit vielen komplexen Problemen entpuppt. Die Freundschaft der beiden hat mich richtig oft zum Grinsen gebracht und ich muss sagen, dass Noemi mein Lieblingscharakter im ganzen Buch ist, vielleicht gerade, weil ich sie am Anfang gar nicht leiden konnte. 

Noch kurz zu der restlichen Handlung: Das erste übernatürliche, was passiert, ist die Verfärbung von Arias Haaren, die über Nacht auf einmal schneeweiß sind. Danach taucht auch noch ein schneeweißes Pferd im Stall auf, das Aria bereits zu kennen scheint. Und dann wird Aria auch noch von Raben mit Zähnen und Hörnern angegriffen. Auch scheint sie immun gegen Blitze zu sein, denn als einer direkt neben ihr einschlägt, verletzt sie sich nicht.

Aria will das alles schon fast wieder verdrängen, als Noemi eines Tages mit roten Haaren in der Schule steht. Auch bei ihr haben sie sich über Nacht verfärbt. Auf der Klassenfahrt werden Aria und Dean nochmal von Raben angegriffen, die sich zu verwandeln scheinen und Aria kann sie mit einem Blitz besiegen. Noemi greift Vögel mit Feuer an, das aus ihr zu kommen scheint. Und dann verfärben sich auch noch Deans Haare pechschwarz. 

Aria findet heraus, dass es mit der Apokalypse zu tun haben könnte. Die anderen wollen das zunächst nicht glauben, doch als auf einmal Arias beste Freundin Tammy mit Flügeln vor ihnen steht, können sie es nicht länger leugnen. Tammy ist ein Engel und will Aria warnen, doch bevor sie ihr alles erklären kann, wird sie auch schon von den Raben getötet, die Aria schon mehrmals angegriffen haben. Nur dass es sich um keine Raben handelt, sondern menschenähnliche Wesen. 

Hilflos muss Aria dabei zusehen, wie ihre beste Freundin ihr Leben verliert. Damit endet der erste Teil. 

Es gibt sehr viele offene Fragen, auf deren Beantwortung ich mich schon sehr freue. Noch sind erst drei Todesboten aufgetaucht, sobald der vierte auftaucht, beginnt das Ende der Welt. Und die drei Freunde haben herausgefunden, dass ihnen bis dahin nur noch zwei Wochen bleiben. Mal sehen, wie ihnen das gelingen wird. Ich kann es kaum erwarten!

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