Rezension: Feeling Close to You von Bianca Iosivoni

Rezension auf einen Blick

Themen: Videospiele, Internetfreundschaft, WG
So hat sich das Buch angefühlt: herausfordernd, chaotisch, spielerisch
Der erste Satz: „Computerspiele machten mich nicht aggressiv.“

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Teagan ist fast mit der High School fertig. Endlich! Denn sie will unbedingt raus aus ihrer Heimatstadt und Game Design an einer Universität studieren, die hoffentlich ganz weit weg ist von den Menschen, die ihr auf die Nerven gehen. Sie streamt nachts online Videospiele und verdient sich damit das Geld fürs College. Sie hat treue Fans und ist so gut, dass sie sogar Parker, den beliebten YouTube-Gamer schlägt. Der will sie sofort kennenlernen und die beiden kommunizieren über Chats und Nachrichten. Obwohl sie zunächst Tausende von Meilen voneinander entfernt sind, spüren sie doch die Anziehung. Doch beide suchen keine Beziehung. Teagan ist schon zu oft verletzt worden und Parker hat seine eigenen Probleme, die er lieber mit sich selbst ausmacht. Gegen die Anziehung können sich aber beide nicht wehren. 

Ich kenne mich ja was Videospiele angeht wirklich nicht aus. Auf die Geschichte habe ich mich trotzdem gefreut, weil es mich interessiert hat, mal in eine Welt einzutauchen, die ich überhaupt nicht kenne. Und das gelingt dem Buch wirklich gut. Auch jemand, wie ich, der schon bei den einfachsten Playstation-Spielen überfordert ist, kann dieses Buch genießen. 

Das liegt aber neben der Gamer-Welt vor allem auch an den Protagonisten. Teagan habe ich von der ersten Seite an geliebt. Sie ist lustig, sarkastisch und die Menschen im echten Leben gehen ihr einfach nur auf die Nerven. Aber sie steht für sich ein. Sie bleibt nicht still, wenn sie etwas stört und lässt sich nicht vorführen. Das fand ich richtig toll!

Sie und Parker sind nicht nur beim Gaming ehrgeizig und fordern sich gegenseitig heraus, sondern auch bei allem anderen und genau das macht ihre Beziehung so interessant. Die Dynamik der beiden habe ich sofort geliebt und das hat sich im Verlauf der Handlung auch nicht geändert. 

Parker ist ein sehr sympathischer Typ. Er ist locker und lustig drauf, und es amüsiert ihn jedes Mal, wenn er Teagan zur Weißglut bringen kann. Sein größter Fehler ist wohl, dass er alles mit sich selbst ausmachen und keine Hilfe annehmen will. 

Auch die Nebencharaktere in diesem Buch haben mir total gut gefallen. Vor allem Parkers WG hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Cole, Linc, Sophie und Liz sind ein sehr chaotischer Haufen, und es vergeht kein Tag, an dem in der WG nicht irgendwas anbrennt und fast die Feuerwehr anrücken muss. Ich fand sie alle toll und hoffe sehr, dass sie noch ihre eigenen Geschichten bekommen. Ich spekuliere ja auf Cole und Sophie. Ich habe da so eine Ahnung. 

Alles in allem hat mir das Buch extrem gut gefallen. Es ist ein New Adult Roman mit einem wirklich außergewöhnlichen Setting und einer gesunden Beziehung, die nicht übermäßig dramatisch ist, sondern sehr real. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. 

Spoilerwarnung

Nachdem Teagan und Parker sich beim Gaming kennengelernt haben, schreiben sie ständig miteinander. Teagan macht es Parker natürlich nicht so leicht – das würde ja auch gar nicht zu ihr passen.

Ihr erstes Treffen findet schließlich bei einer Gaming Convention statt. Teagan weiß zunächst gar nicht, ob sie Parker überhaupt sehen will. Doch eine gute Freundin schleppt sie zu seiner Autogrammstunde, und er sieht sie zum Glück, bevor sie abhauen kann. Die beiden umarmen sich sofort und Parker vergisst, dass er Fans hat, die auf ihn warten. Die Gerüchteküche beginnt natürlich zu brodeln und hört auch nicht mehr damit auf. 

Die beiden verbringen den Abend zusammen mit ihren Freunden und schaffen es natürlich auch da immer wieder sich bei allem herauszufordern. Beiden ist klar, dass sie nicht nur platonische Gefühle füreinander empfinden. Als Parker Teagan bis zu ihrem Hotelzimmer begleitet, küssen sich die beiden. Doch Teagan geht, bevor mehr passieren kann. 

Fast täglich schreiben sich die beiden weiter. Teagan ist endlich fertig mit der High School, muss jetzt aber auf Zusagen von Colleges warten. Sie will Game Design studieren, doch ihr Vater will, dass sie etwas Vernünftiges studiert. Wenn ihr Vater nicht gerade arbeitet, streiten sich die beiden. Als sich Teagan bei einer Familienfeier kritisch gegenüber ihrer Tante äußert, platzt ihrem Vater der Kragen und er nimmt ihr den Internetrouter weg. Teagans Verbindung, zu allem, was sie liebt, ist somit fort. 

An dieser Stelle konnte ich Teagans Wut richtig spüren, doch was ich an diesem Buch so gut fand, ist, dass ihr Vater nicht einfach nur böse reagiert, sondern auch gute Gründe hat und am Ende sogar einsieht, dass er falsch gelegen hat. Vor einigen Jahren hat Teagans Mutter die beiden verlassen und nun hat nicht nur Teagan, sondern auch ihr Vater Verlustängste. Doch am Ende schaffen es die beiden, darüber zu reden und sich zu versöhnen. 

Teagan besucht Parker, um sich ein College anzusehen. Die beiden verbringen ein wunderschönes Wochenende und es wird klar, dass die beiden mehr als nur Freunde sind. Doch danach meldet sich Parker nicht mehr bei Teagan. 

Seine Mutter hat Demenz und Parker hat die gleichen Symptome wie sie. Bevor er eine Diagnose hat, will er mit niemandem darüber reden. Er schließt alle Menschen aus seinem Leben aus, bis auf seine beste Freundin Callie. Teagan versucht zunächst noch, ihn zu erreichen, doch gibt irgendwann auf. Sie ist es gewöhnt, dass Menschen sie einfach verlassen. Warum sollte es da bei Parker anders sein?

Parker erfährt schließlich, dass er nicht Demenz hat, sondern ein Burnout. Er öffnet sich endlich seinen Freunden in der WG gegenüber und will auch Teagan zurückgewinnen. Sie ist zwar inzwischen in die gleiche Stadt gezogen, um dort zu studieren, aber eigentlich will sie nichts mehr mit Parker zu tun haben. 

Doch er erklärt ihr alles und die beiden bauen wieder Kontakt zueinander auf. Nachdem Parker ihr ein bisschen Zeit gegeben hat, fragt er sie um ein Date und die beiden kommen zusammen. Das perfekte Happy End!

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