Rezension: Throne of Glass. Die Erwählte von Sarah J. Maas

Rezension auf einen Blick

Themen: Wettkampf, Schloss, Dreiecksbeziehung
So hat sich das Buch angefühlt: selbstbewusst, tapfer, angriffslustig
Der erste Satz: „Nach einem Jahr Sklavenarbeit in den Salzminen von Endovier hatte Celaena Sardothien sich daran gewöhnt, dass sie überallhin mit Waffengewalt und in Ketten gebracht wurde.“

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Celaena Sardothien ist Adarlans berüchtigste Assassine und hat das letzte Jahr mit Sklavenarbeit in einer Salzmine verbracht. Sie dachte, das Einzige, was ihr im Leben noch bleiben würde, wäre auf den Tod zu warten. Doch dann überrascht sie Kronprinz Dorian mit einem Angebot. In einem tödlichen Wettkampf soll sie als sein Champion antreten. Wenn sie gewinnt, erhält sie ihre Freiheit zurück. Sie muss nicht lange überlegen, um auf das Angebot einzugehen. Doch im Schloss angekommen, gestaltet sich ihre Situation doch komplizierter als gedacht. Denn sie hätte nicht gedacht, dass es dort vielleicht Menschen geben könnte, die ihr etwas bedeuten…

Ich weiß gerade gar nicht, warum ich diese Rezension überhaupt schreibe. Ich meine, ich muss doch wirklich die letzte Person auf diesem Planeten sein, die dieses Buch liest, oder? Aber egal, ich muss meine Gedanken darüber jetzt loswerden, also losgeht’s.

Schon nach den ersten zwei Seiten hatte ich meinen Entschluss über Celaena eigentlich schon gefasst. Ein Satz von ihr und ich war ihr größter Fan. Sie ist von sich zu Hundertprozent überzeugt. Sie lässt sich von niemandem etwas sagen und Respekt vor dem Kronprinzen und all den bewaffneten Männern, die bereit sind, sie beim ersten Zucken ihrer Muskeln zu töten, hat sie schon lange nicht, denn auch nur mit einem Zahnstocher bewaffnet, würde sie sie alle fertig machen. Diese Einstellung sieht man nicht oft bei weiblichen Protagonisten in Büchern und eigentlich finde ich das richtig schade. Warum sollte ein Charakter immer unsicher mit sich selbst und seinen Fähigkeiten sein, wenn es so viel unterhaltsamer ist, einer Person zu folgen, die genau weiß, was sie kann und auch kein Problem damit hat, das klar auszusprechen? 

Doch obwohl sie ihr Geld damit verdient hat, Menschen umzubringen und damit auch kein sonderliches Problem zu haben scheint, hat sie auch eine andere Seite. Wenn Menschen ihr wichtig sind, dann kämpft sie für sie, auch wenn es ihr schadet. Und obwohl sie so viel durchgemacht hat, ist sie trotzdem noch emotional. 

Und auch die anderen Charaktere sind interessant. Kronprinz Dorian und Chaol, der Captain der Garde, sind die Charaktere, mit denen Celaena eigentlich am meisten agiert. Da sie Dorians Champion ist, trainiert Chaol sie. Dorian und Chaol sind sehr unterschiedlich und gehen auch sehr unterschiedlich mit Celaena um. Doch beides fand ich sehr sympathisch. 

Viele mögliche Handlungsstränge wurden in diesem Buch angedeutet, die mich sehr neugierig auf die ganze Reihe machen. Über Celaenas Vergangenheit erfährt man noch nicht alles, genauso wenig wie über viele weitere Charaktere und ihre Motivationen. Ich kann es kaum abwarten, endlich den nächsten Teil in die Hände zu kriegen, denn diese Geschichte lohnt es sich, weiterzuverfolgen!

Spoilerwarnung!

Sobald Celaena im Schloss ankommt, wird ihr klargemacht, dass niemand von ihrer wahren Identität erfahren soll. Da jeder im ganzen Land ihren Namen kennt und um ihre Fähigkeiten weiß, gibt Dorian ihr den Decknamen Lilian, damit Celaenas Gegner nicht ahnen, mit wem sie es zu tun haben. 

Gegen 23 Männer muss sie in mehreren Wettkämpfen antreten, die in Zweikämpfen mit den letzten vier Champions endet. Auch die anderen Teilnehmer sind Menschen mit zwielichtiger Vergangenheit wie Celaena, die sich ihre Freiheit erkämpfen wollen. Schon am ersten Tag weiß sie, wen sie am meisten fürchten muss. Cain. Ein grobschlächtiger Mann, der sie nicht im entferntesten ernst nimmt, wie die meisten ihrer Mitstreiter. Doch Chaol macht ihr klar, dass sie sich bis ganz zum Ende zurückhalten muss, um nicht aufzufallen. Es gäbe nichts, was Celaena schwerer fallen könnte. Das verträgt sich so gar nicht mit ihrem Ego. 

Doch schon bald wird klar, dass der Wettbewerb nicht das Einzige ist, worum sie sich Gedanken machen muss. Ein Teilnehmer nach dem anderen wird tot aufgefunden. Nicht nur tot, sondern zerfleischt. Und die Leichen häufen sich. Celaena findet immer mehr darüber heraus und erkennt irgendwann, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht, sondern mit Magie, die vom König eigentlich verboten wurde. Der Geist einer verstorbenen Königin kommt ihr zur Hilfe. Doch diese kryptischen Botschaften machen Celaena eher stutzig, als dass sie ihr helfen. 

Letztendlich stellt sich heraus, dass Cain einen Dämon heraufbeschworen hat, der die anderen Wettkämpfer umbringt, um ihre Kräfte auf Cain zu übertragen. Celaena gelingt es, den Dämon zu töten, wird dabei aber schwer verwundet. Doch ihr kommt ihre Freundin Nehemia zu Hilfe. Die Prinzessin eines Reiches, das genauso wie so viele Länder zuvor, vom König unterworfen wurde. Sie hat magische Kräfte und rettet Celaena mehr als einmal das Leben. Die beiden entwickeln eine tiefe Freundschaft. 

Doch auch mit Dorian und Chaol entwickelt sie eine enge Beziehung. Beide Männer verlieben sich in sie. Während Chaol sich dagegen wehrt, da er in ihr weiterhin eine unmoralische Mörderin sehen will, lässt sich Dorian darauf ein. Die beiden teilen ihre Leidenschaft für Bücher, er schenkt ihr einen Hund, tanzt auf dem Ball nur mit ihr und schließlich küssen sie sich auch. Beide wissen, dass das eigentlich nur schiefgehen kann, sind aber nicht fähig, sich dagegen zu wehren. 

Beim letzten Wettkampf entscheidet sich alles zwischen Cain und Celaena, doch da der König und auch andere Männer in seinem Rat Cain gewinnen sehen wollen, bringen sie Kaltain, ein Mädchen, das gerne die nächste Königin werden würde, dazu, Celaena zu vergiften. Stark geschwächt muss sie gegen Cain antreten und wird von ihm zugrunde gerichtet. Dorian und Chaol müssen tatenlos zusehen, weil Celaena zurück in die Salzminen geschickt wird, wenn sie ihr helfen. Doch Nehemia schreitet sein. Sie nutzt Magie, und der Geist der Königin vertreibt das Gift aus Celaenas Körper. Schwer verletzt muss sie Cain alleine schlagen. Und das tut sie. Sie ist nicht ohne Grund Adarlans berüchtigste Assassine. 

Sie ist der Champion des Königs, nun muss sie vier Jahre für ihn arbeiten und töten und erhält danach ihre Freiheit zurück. Da sie sich von nichts mehr zurückhalten lassen will, beendet sie ihre Beziehung zu Dorian, was Chaol natürlich gerne sieht. 

Damit endet das Buch und macht neugierig auf alles, was Celaena noch erleben wird. Vor allem ihre Vergangenheit ist der Grund, warum ich unbedingt weiterlesen muss! Kann es kaum erwarten!

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