Interview: Autorin Bianca Iosivoni

Interview auf einen Blick

Mit welchen Charakteren wärst du am liebsten befreundet? Clique aus der Firsts-Reihe.
Wer ist dein Lieblingspärchen? Elle und Luke.
Welchen Tipp würdest du angehenden Autorinnen und Autoren geben? Mein Tipp ist sehr simpel und vermutlich nicht das, was die meisten Leute hören wollen: Niemals aufgeben. 

Autorin Bianca Iosivoni schreibt New Adult und Fantasy Romane. Ihre beiden Genres muss sie bei ihrem neusten Projekt nicht mehr voneinander trennen. Zusammen mit Laura Kneidl schreibt sie die New Adult-Fantasy Reihe „Midnight Chronicles.“ Der erste von sechs Bänden erscheint nächstes Jahr im August. Im Interview verrät Bianca Iosivoni jetzt schon, wie sie die Geschichte einleitet, wie der Schreibprozess abläuft und in welchem Genre sie sich gerne noch ausprobieren würde. 

Deine New Adult Bücher sind alle auf gewisse Weise miteinander verknüpft. War das von vorn herein geplant?

Das hat sich mit der Zeit ergeben. Meine allererste New Adult Idee waren Elle und Luke von „Der letzte erste Kuss“. Aber zu dieser Zeit kannte niemand in Deutschland New Adult und deswegen wollte das auch kein Verlag haben. Dann habe ich die Promises-Reihe geschrieben, die von Anfang an als kürzere Geschichten angelegt waren. Ich wollte mich ein bisschen ausprobieren. Bei Band 2 habe ich sofort gemerkt, dass Emery, die als kleine Schwester auftritt, eine eigene Geschichte braucht. Ich habe auch Luke schon eingeführt, weil ich wusste, dass ich seine und Elles Geschichte auf jeden Fall irgendwann schreiben werde. Und dann habe ich weiterüberlegt und mich entschlossen, Emery zu den beiden ans College zu schicken und so ist das entstanden. Der Rest hat sich auch ergeben. Auch die Verbindung von Callie und Keith aus „Findung back to us“ zu Elle und Chase’ Einführung in „Die letzte erste Nacht“. Waiting for Juliet habe ich dann auch bei „Falling Fast“ eingebaut, weil ich wusste, dass sich die Leser freuen würden. Also das meiste hat sich ergeben, aber ich hoffe, dass ich auch in Zukunft meine Geschichten verbinden kann. 

Mit welchen deiner Charaktere wärst du am liebsten befreundet?

Natürlich mit der Clique aus der Firsts-Reihe. Aber ich glaube, ich wäre mit den meisten gern befreundet. Ich habe sie ja nicht ohne Grund erschaffen.  

Kannst du sagen, wer dein Lieblingspärchen ist?

Elle und Luke sind irgendwie mein Lieblingspärchen, aber auch Teagan und Parker aus „Feeling Close to you“ mag ich sehr gerne. Momentan bin ich mit dem Lektorat des Buches beschäftigt, und es macht mir sogar Spaß, was sonst nicht der Fall ist. Beim Lektorat muss man so viele Sachen ändern und das Manuskript ganz oft lesen. Und irgendwann hat man es so oft gelesen, dass man sehr sehr kritisch wird und die Freude ein bisschen verliert. Aber so ist es momentan nicht. Das ist ein gutes Zeichen.

Arbeitest du gerade noch an einem anderen Projekt?

Ich kann leider noch nichts verraten. Es ist noch nichts offiziell. Aber im Hintergrund plane ich eigentlich immer irgendwas. 

Wie viele Ideen huschen dir immer im Kopf herum?

Ich habe inzwischen gelernt, zwischen zwei Arten der Ideen zu unterscheiden. Es gibt solche, die nur kurz auftauchen und nicht hängenbleiben. Die notiere ich mir meistens und dann ist gut. Und dann gibt es die Ideen, die immer in meinem Kopf bleiben und immer wiederkommen, auch wenn ich sie mir aufgeschrieben habe, wenn ich eine Pinterest Pinnwand habe, eine Spotify Playlist und eigentlich alles notiert habe, also nichts mehr im Kopf haben dürfte. Aber die bleiben trotzdem hartnäckig. Und das sind dann meistens die, die ich dann unbedingt schreiben will oder muss. Offiziell arbeite ich an drei Projekten, aber im Kopf habe ich bestimmt sieben. 

Arbeitest du auch an mehreren Projekten gleichzeitig?

Theoretisch gehe ich ein Projekt nach dem anderen an, aber das geht nicht immer. Es gibt ja noch das Lektorat. Das sind mindestens zwei Durchgänge. Und dann kriegt man auch noch die Druckfahnen. Und dann erscheint das Buch und es gibt Marketing. Man arbeitet dann immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Momentan arbeite ich an zwei, plus das Lektorat von „Feeling Close to You“. Eins davon ist Midnight Chronicles und zum anderen kann ich leider noch nichts sagen. 

Die Midnight Chronicles sind ja ein Partnerprojekt mit Laura Kneidl. Wie läuft so eine Partnerarbeit ab?

Ich glaube, das kann man nicht so generell beantworten. Das ist mein erstes Partnerprojekt. Die Frage kann ich nur auf Laura und mich beantworten. Wir kennen uns schon sehr lange, inzwischen seit fast acht Jahren. Wir haben miteinander mit dem Schreiben angefangen. Und wir waren schon zweimal zusammen in Schottland und haben da auch zusammen gewohnt. Wir kennen uns wirklich gut. Und bisher und hoffentlich auch in Zukunft läuft die Zusammenarbeit sehr gut. Wir haben oft ähnliche Idee, wir sind auf einer Wellenlänge und ergänzen uns ganz gut. Es findet bei dem Projekt ein ständiger Austausch statt. Der Plot steht schon, aber beim Schreibprozess fallen mir so Kleinigkeiten auf, die wir noch gar nicht besprochen haben. Und dann stelle ich Laura ganz seltsame Fragen über WhatsApp oder schreibe eine Liste und wir besprechen alle Fragen bei einem Kaffee.  Wir sind uns in der Regel sehr einig.

Was kannst du über den Inhalt der Reihe schon verraten?

Ich kann schon mal verraten, wie der erste Band beginnt. Die Reihe ist ja New Adult-Fantasy. Und das ist für mich, obwohl ich in beiden Genres schon geschrieben habe, sehr ungewohnt zu schreiben, weil die Geschichte sehr New Adultig anfängt. Roxy ist in London auf einem Date. Es läuft gut. Sie genießt das Essen, genießt das Dessert, der Typ ist auch in Ordnung. Alles läuft echt gut. Doch dann bekommt sie eine Nachricht von einem Kollegen, dass sie einen Geist einfangen muss und muss das Date unterbrechen. Damit sind wir wieder beim Fantasy.

Ich finde diese Kombination sehr spannend, und ich hoffe, dass es auch beim Lesen Spaß macht. Es läuft auf jeden Fall darauf hinaus, dass Roxy diesen Geist vertreibt und zu ihrem Date zurückkehren möchte. Doch dann trifft sie zufällig auf Shaw und dazu kann ich noch nicht viel sagen, außer dass Shaw sich nicht an seine Vergangenheit erinnert. Durch gewisse Umstände wird er dann Roxys Aufgabe. Von dem Chef der Hunter in London bekommt sie die Aufgabe, auf Shaw aufzupassen, weil sie ihn angeschleppt hat. Was Roxy so gar nicht passt, weil sie in ihrem Leben noch ein paar andere Probleme hat. Aber so treffen die beiden aufeinander und so beginnt die Geschichte.

Wie ist es für dich, so einen Genre-Mix zu schreiben?

Im Moment ist es super spannend, und ich habe auch das Gefühl, dass ich mich komplett austoben kann sowohl im New Adult als auch im Fantasy Bereich der Geschichte. Ich finde es neu und erfrischend. Es ist mal was anderes für mich, und ich hoffe, dass es für die Leser dann auch was anderes und neues ist. 

Wie sind die Bände der Reihe miteinander verknüpft?

Die Charaktere sind alle miteinander verknüpft, die kennen sich auch alle. Warden aus Band 2 kommt auch jetzt schon bei mir vor. Ich darf ihn einführen. Und er hat eine wirklich coole Szene, wo man ihn kennenlernt. Ich denke, es ist jetzt kein großer Spoiler, wenn ich sage, dass am Ende von Band 1 meine Protagonistin mit Warden und noch einem coolen Nebencharakter zusammen nach Edinburgh geht. Da schreibt Laura dann weiter. Sie schreibt dann über Warden und Cain, aber meine Charaktere schwirren auch in Band zwei noch rum. 

Ist es schwierig, über Charaktere zu schreiben, die man sich nicht selbst ausgedacht hat oder seltsam, dass jemand anderes über Charaktere schreibt, die man sich ausgedacht hat? 

Es findet ein ständiger Austausch zwischen uns statt, wie die Szenen sein sollen und wie der Charakter sein soll. Und wir werden es dann auch gegenseitig lesen, um beurteilen zu können, ob der andere unseren Charakter gut getroffen hat.  Wenn irgendwas mit Warden gar nicht passt, was ich geschrieben habe, wird Laura mir das auch sagen und ich werde das anpassen. Aber wir haben untereinander schon vorher Charaktere ausgeliehen und es hat gut funktioniert. In „Verliere mich. Nicht“ gibt es eine kleine Szene mit Emery und Dylan aus der Firsts-Reihe. Es wurde nie offiziell gesagt und die Namen wurden nie genannt, aber trotzdem sind sie vorgekommen. Und ich habe mir dafür Fallon aus das „Flüstern der Magie“ für „Sturmtochter“ Teil 2 ausgeliehen. Wir haben das schon ein paar Mal gemacht. Wir haben auch eine Gemeinschaftsszene zusammen geschrieben, wo Luke und Mason aus der Firsts-Reihe mit Luca und Gavin aus „Verliere mich. Nicht“ Playstation spielen. Das war ein sehr lustiger Abend. 

Welches Genre würdest du gerne mal ausprobieren?

Thriller. Inzwischen werde ich immer häufiger gefragt, wo mein Thriller bleibt. Das ist schon länger meine Standardantwort. Ich bin am Überlegen, aber es liegt dann immer an der Zeit. Ich hatte leider keine, es richtig anzugehen. Ich habe es auf dem Schirm. Ich lese gerne spannende Sachen. Ich mag auch total gerne sowohl bei Büchern als auch bei Serien und Filmen, wenn man die Geschichte mitverfolgt und dann merkt man, dass man einen Charakter gar nicht richtig kennt und dann sieht man ihn auf einmal in einem ganz anderen Licht. Man hat ihn die ganze Zeit unterschätzt und dann entpuppt er sich und man hat es nicht kommen sehen. Das finde ich so so gut. Sowas würde ich auch gerne mal schreiben, aber es wird vermutlich noch seine Zeit dauern. 

Welchen Tipp würdest du angehenden Autorinnen und Autoren geben?

Mein Tipp ist sehr simpel und vermutlich nicht das, was die meisten Leute hören wollen: Niemals aufgeben. Ich glaube, viele hören irgendwann auf und glauben nicht mehr an sich oder ihre Geschichte. Ich finde, wenn man immer weitermacht und und sich immer weiter verbessert, ausprobiert, verschiedene Genre ausprobiert, wenn man einfach immer weitermacht, dann klappt es irgendwann auch. Weil das ist auch meine Geschichte. Was jetzt „Sturmtochter“ ist, war meine allererste Buchidee. Und es gab so viele verschiedene Versionen davon. So viele Anfänge, so viele verschiedene Versionen und auch Pausen, in denen ich kaum geschrieben habe. Aber dann habe ich in einem Jahr endlich eine Version fertig geschrieben nach sechs oder sieben Jahren und das war so mein persönlicher Durchbruch, weil ich wusste, wenn ich einmal ein Manuskript fertig schreiben kann, dann kann ich das wieder machen. Danach habe ich noch an vielen anderen Geschichten geschrieben. Und dann kam tatsächlich das, was heute „Sturmtochter“ ist, raus. Da habe ich es nochmal komplett neu geschrieben in der 500. Version. Letzten Endes hat es geklappt. Und es hat sich auszahlt, dass ich nicht aufgegeben habe.

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