Rezension: Secret Game von Stefanie Hasse

Rezension auf einen Blick

Themen: Geheimnisse, Intrigen, Upper East Side
So hat sich das Buch angefühlt: gefährlich, verzweifelt, spannend
Der erste Satz: „Willkommen zum Spiel“

Ohne Spoiler

Ivory hatte gerade den schönsten Sommer ihres Lebens. Heath und sie sind sich näher gekommen. Sie ist glücklich, wenn sie bei ihm ist. Ihm scheint es egal zu sein, dass sie nicht aus den gleichen Kreisen kommt wie er und nur durch ein Stipendium ihre schicke Privatschule besuchen kann. Vor dem ersten Schultag ihres letzten Schuljahrs fühlt sie sich zwar ein bisschen mulmig. Sie weiß nicht, wie Heath in der Schule mit ihr umgehen wird. Doch noch vor wenigen Tagen hat er ihr versichert, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht. Als sie ihn dann wieder in der Schule sieht, und er ihr die kalte Schulter zeigt, weiß sie, dass irgendwas schief gelaufen ist. Sie ist verletzt. Aber sie erfährt immer mehr über DAS SPIEL. Hängt Heaths seltsames Verhalten damit zusammen? Sie kann ihre Neugier nicht unterdrücken und lässt sich auf das Spiel ein. Und wird immer tiefer hinabgesaugt in die Strudel aus Intrigen, in die sie sich verstrickt. 

Dieses Buch ist wirklich eine einzige Achterbahnfahrt, die nicht endet. Bis zu den letzten Seiten überrascht Stefanie Hasse immer wieder. Ich konnte das Buch kaum fortlegen. Diese Geschichte fesselt! 

Das liegt zum einen an den Charakteren. Ivy kommt aus Deutschland und ist nun in die schillernde Welt der New Yorker Upper East Side abgetaucht. Sie kennt diese Welt nicht und weiß nicht, wie sie funktioniert. Sie erkennt das falsche Lächeln vieler Menschen, doch ist davon irritiert. Sie muss erst lernen, sich in dieser gefährlichen Welt zu behaupten und sich durchzusetzen und ihre Entwicklung zu beobachten, wie sie immer stärker wird und sich nicht einkriegen lässt, hat wirklich sehr viel Freude gemacht. 

Auch Heath ist ein Charakter, der fasziniert. Genauso wie aus allen anderen Charakteren wird man einfach nicht aus ihm schlau. Er ist geheimnisvoll und welche Gefühle er für Ivy hegt, lässt er nur in seinen schwachen Momenten durchscheinen. Auch fällt es zunächst schwer den Heath, den man im ersten Kapitel kennengelernt hat, mit dem, der sich danach zeigt, in Zusammenhang zu bringen. Er hat seine Geheimnisse – wie alle seiner Mitschüler. Und genauso wie all die anderen greift er zu extremen Mitteln, um sie zu verbergen. 

Keinem Charakter im Buch kann man trauen. Immer, wenn sie mal wieder einen menschlichen und sympathischen Moment haben, entpuppen sie sich wieder als manipulativ und sadistisch. Eine Regel gilt in diesem Buch – jeder hat etwas zu verbergen. Und ein Geheimnis ist skandalöser als das andere. Aber genau das macht dieses Buch so faszinierend zu lesen. Die Charaktere sind vielschichtig. Selbst die Charaktere, die man eigentlich hassen will, kann man auf gewisse Weise doch leiden. Die Clique um Heath ist unberechenbar und die Beziehung der Mitglieder untereinander toxisch. Trotzdem kann man nicht anders, als jeden einzelnen von ihnen doch zu bedauern und sich zu wünschen, dass sie in einer anderen Welt aufgewachsen wären. 

Das hat mich an dieser Geschichte so beeindruckt. Kein Charakter war schwarz oder weiß. Sie alle hatten ihre positiven und negativen Eigenschaften und mit jedem konnte man auf einem gewissen Level mitfühlen, was das Gefühlschaos, das dieses Buch in einem auslöst, natürlich noch viel verwirrender macht. Dieses Buch nimmt und reißt mit und ich musste sofort, nachdem ich es beendet hatte, ein paar Stellen nochmal lesen mit dem Wissen, das ich nun hatte, weil man viele Situationen nach den Auflösungen ganz anders beurteilt. Dieses Buch werde ich nochmal lesen. Ganz dringend. Denn es ist so komplex, dass es einen zweiten Durchgang verdient hat, um es ganz zu begreifen. Ein Lese-Muss!

Normalerweise habe ich bei meinen Rezensionen immer einen Spoilerteil. Doch dieses Buch will ich auf keinen Fall spoilern. Die Auflösungen, die am Ende über einen hereinbrechen, sind das, was das Buch so faszinierend machen. Es sind wirklich viele und ich will keine einzige verraten. Dieses Buch muss man unvoreingenommen lesen. Deswegen glaubt mir einfach, wenn ich sage, dass das Buch fesselt und sich lohnt. Und wenn ihr wissen wollt, wer hinter dem Spiel steckt, müsst ihr das Buch wohl lesen. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei! 

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