Interview: Autorin Stefanie Hasse

Interview auf einen Blick

Welches Genre dominiert dein Bücherregal? Eindeutig Jugend-Fantasy.
Was ist dein Lieblingsbuch aus deiner Kindheit? Oh, das ist sehr lange her. Ich mochte Frederick, da weiß ich noch, dass wir das mal im Kindergarten aufgeführt hatten. Vielleicht ist es mir deshalb noch so gut in Erinnerung.
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder tot – würdest du gerne Essen gehen? Ich würde mit Jen Armentrout Essen gehen. Ich durfte sie zweimal für Interviews treffen und sie ist so ein sympathischer Mensch, der viel zu erzählen hat.
Lieber nie wieder lesen oder nie wieder schreiben? Vermutlich nie wieder lesen (ich könnte/müsste dann halt ständig meine Bücher „überarbeiten“.) Wobei ich der Überzeugung bin, dass man lesen MUSS, um schreiben zu können.

„Secret Game“-Autorin Stefanie Hasse erzählt, wie es für sie war, das erste Mal ein Buch vollkommen ohne Magie zu schreiben, was sie am Schreiben begeistert und welchen Tipp sie angehenden Autorinnen und Autoren geben würde… Und sie gibt einen kleinen Hinweis, worauf wir uns im nächsten Jahr freuen dürfen.

Bis „Secret Game“ hast du immer magische und übernatürliche Geschichten geschrieben. Wie war es für dich, diesmal all diese Aspekte wegzulassen? Musstest du dich anders aufs Schreiben einstimmen als sonst?

Die Planung war etwas anders – weil anstatt des „magischen“ Anteils der Welt der Fokus auf die falschen Fährten und den Hintergründen der Figuren lag – und wann ich was preisgebe. Das Schreiben selbst war dasselbe.

Geht es überhaupt von Fantasy wegzukommen? Hattest du manchmal auch Szenen im Kopf, wo Ivory ihre Probleme mit Magie lösen wollte?

Dadurch, dass ich ab der Planung in der jeweiligen Welt lebe, waren die Gedanken an Magie höchstens die in Ivys Büchern.

Wirst du uns nochmal in die Welt von St. Mitchell entführen oder bleibt Secret Game für sich allein?

Secret Game war als Einzelband geplant. Auch wenn ich durchaus Ideen für ein Spin-Off hätte.

Wärst du an die gleiche Schule gegangen wie deine Charaktere, wie wärst du mit dem SPIEL umgegangen? Hättest du dich darauf eingelassen?

Ich glaube, ich hätte tatsächlich aus lauter Neugier mitgemacht. Heute nicht mehr, aber als Jugendliche schon.

Hast du die Handlung des Buches geplant oder einfach drauf losgeschrieen? Wie gehst du das Schreiben deiner Bücher an?

Der Plot musste noch akribischer geplant werden als sonst, wo es meist ausreicht, die zentralen Wendepunkte genau festzulegen (damit die Vergangenheit Stück für Stück freigelegt wird). Insgesamt verläuft es immer so: Eine Idee, dann ein grober Plot, der immer ausführlicher wird, dann eine Leseprobe und ab zu meiner Agentin. Der Rest erfolgt dann später.

Wie kam dir die Idee? Kannst du dich an einen bestimmten Moment erinnern?

Ich glaube, den einen Moment gibt es bei mir selten. Es ist immer ein Funke da, der in meinem Kopf vor sich hin köchelt und dann manchmal etwas Vernünftiges ausspuckt, manchmal eben nicht.

Wirst du nach Secret Game noch mehr Romance Bücher schreiben oder zu Fantasy zurückkehren?

Im nächsten Jahr erscheint von mir sowohl ein weiterer Romantic Suspense als auch wieder Fantasy.

Kannst du ein bisschen mehr darüber verraten?

Aktuell bin ich im Testlese- und Überarbeitungsstadium des Romantic-Suspense-Jugendbuchs im nächsten Jahr. Ein ganz anderes Setting und ganz andere Probleme – aber wieder mit viel Rätselraten.

Hast du einen Trick, wie du dich besser in deine Charaktere versetzen kannst? Besonders in die fiesen?

Jeder hat irgendwo eine fiese Seite. Die muss man hervorlocken – das macht fast sogar mehr Spaß, als die netten Figuren zu schreiben.

Gibt es etwas, das du gerne schon zu Beginn deiner Schriftstellerkarriere gewusst hättest, was dir einiges erleichtert hätte?

Ich glaube, es ist die Entwicklung, die zählt. Daher hätten Tipps damals vermutlich nicht angeschlagen.

Welchen Tipp würdest du angehenden Autorinnen und Autoren geben?

Immer denselben: Zieht es durch, schreibt bis zum Ende. Danach ist Zeit für die Überarbeitung. Niemand ist perfekt und bestimmt gibt es tausend Dinge, die ihr während des Schreibens weiter oben ändern wollt – schreibt eine Notiz dazu, schaut dann aber, dass ihr voran kommt – sonst schafft ihr es nie bis zum Ende.

Hast du manchmal auch Schreibblockaden und wenn ja, wie überwindest du sie?

Bei mir haben „Blockaden“ (abgesehen von Stress und Co, die einfach auslaugen und keine Energie übrig lassen), meist einen Grund. Mein Unterbewusstsein sagt mir, dass der eingeschlagene Weg (trotz Planung) vielleicht nicht der richtige ist und ich darüber nochmal nachdenken soll. Oft ist es nur ein kleiner Punkt – den ich dann bei einem Spaziergang (beim Laufen kann ich besser denken) mit mir ausdiskutiere.

Hast du eine seltsame Lese- oder Schreibgewohnheit?

Ich glaube nicht. Fürs Schreiben brauche ich Ruhe. Meist lenkt mich sogar Musik ab. Schreiben in Cafés und so fällt für mich daher flach.

Du bist aktiv auf Instagram. Was machst dir an dem direkten Austausch auf der Plattform Spaß?

Das direkte Feedback ist mir unheimlich wichtig. Die ansteckende Begeisterung motiviert mich und ich sitze meist lächelnd vor dem Handy.

Warum schreibst du? Was begeistert dich daran?

Ich liebe es zu verfolgen, wie ich etwas erschaffe. Wie sich Stück für Stück eine Welt offenbart (und wenn es die realistische Welt des Spiels in Secret Game ist) und die Figuren sich darin bewegen. Wenn dann alles so funktioniert und beim Leser ankommt, wie ich es mir erhofft habe, ist es dann einfach ein geniales Gefühl (weshalb ich Leseupdates und Co. auf Instagram so gerne verfolge).

Was war bis jetzt auf deinem Weg am schwierigsten?

Geduld. War es und ist es heute noch. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und Warten, ohne etwas unternehmen zu können, ist grausam. Dabei muss man als Autor immer warten. Auf Rückmeldung der Agentin, der Verlage, aufs Cover, auf Rückmeldungen… Grausam!

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal ausprobieren?

Ich glaube, ich würde gerne etwas „älter“ werden. Einfach mal zum Testen. Ich habe da auch schon eine Idee und muss mir überlegen, was ich damit mache. Im Moment bin ich sogar am Überlegen, ob ein solches Projekt nicht sogar für ein interaktives Lesen taugen würde – dass ich es Stück für Stück im Social Media poste, damit ich das Feedback direkt einarbeiten kann. Damit ich auch für mich in der Ü18-Welt ankomme…

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