Top 10: Die schönsten ersten Begegnungen in New Adult Romanen

Erste Begegnungen in Liebesromanen habe ich schon immer geliebt. Es gibt meist schon ein gutes Gefühl dafür, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Es bringt einen zum Schmunzeln, Schwärmen oder auch zum Schnauben. Es gibt alles – von Liebe auf den ersten Blick zu Hass auf den ersten Blick. Ich habe hier versucht, eine gute Auswahl an ersten Begegnungen von sich später Liebenden zusammenzustellen. In manchen Fällen sind es auch Wiederbegegnungen. Aber es ist immer die erste Interaktion zweier Charaktere, die sich im Laufe der Handlung verlieben werden. Und mit diesen Szenen hat alles begonnen. (Ich zähle sie übrigens als einen Punkt, weil ich mich nicht entscheiden konnte).

Begin Again von Mona Kasten

Ich starte gleich mal mit einem Buch, dass es mir sehr schwer gemacht hat, mich zu entscheiden. Weil sich hier gleich zwei zukünftige Paare begegnen und beide Treffen mir einfach ein großes Lächeln entlocken konnten. 

Allie&Kaden

Einmal haben wir natürlich Allie und Kaden. Allie ist verzweifelt. Sie braucht unbedingt eine Wohnung. Und schlechter hätte die Wohnungssuche nicht laufen können. Sie steht vor ihrer letzten Chance. Sonst heißt es, aufgeben oder im Auto schlafen. Als sie die Wohnung sieht, ist es Liebe auf den Blick. Was man von ihrem neuen Mitbewohner Kaden White wohl eher nicht behaupten kann. Erst weigert er sich, sie einziehen zu lassen. Und dann stellt er auch noch absurde Regeln auf. Schon nach wenigen Minuten streiten sich die beiden. Zusammenzuleben, wird nicht leicht werden. Allie hat ja keine Ahnung, worauf sie sich da eingelassen hat. 

Endlich fand ich meine Stimme wieder. „Ich bin wegen der Besichtigung hier. Wir hatten gemailt“, blubberten die Worte viel zu schnell und aufgeregt aus mir hervor.
Mr White – in meinem Kopf nannte ich ihn immer noch so, was, wie mir sehr wohl bewusst war, an totaler Dämlichkeit grenzte – neigte den Kopf und musterte mich voll Argwohn. „A. Harper…“, murmelte er leise. Anschließend schien etwas in seinem Kopf einzurasten. Er ließ seinen Blick ein zweites Mal über meinen gesamten Körper wandern, dann verdunkelten sich seine Züge, und er schüttelte langsam den Kopf. „Nein.“
Nein? Wie, nein? Verwirrt erwiderte ich seinen kritischen Blick und setzte zu einer Antwort an, doch da wiederholte er: „Nein.“

„Was soll das heißen, nein?“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Natürlich haben wir gemailt!“
„Da muss ein Missverständnis vorliegen. Du wirst hier ganz sicher nicht einziehen“, sagte er und wandte sich ab. Dann verschwand er in Richtung… Ich hatte keine Ahnung in welche Richtung, schließlich hatte ich mir die blöde Wohnung noch überhaupt nicht ansehen können!
„Du findest alleine raus“, rief er mir über die Schulter zu. 
Mein Mund klappte erneut auf. Ich war sprachlos. 

Dawn&Spencer

Kaden ist nicht leicht. Und wie kann man einen unerträglichen, aber gutaussehenden Mitbewohner am besten verkraften? Richtig. Man beschwert sich bei seiner besten Freundin. Allie klagt Dawn ihr Leid. Und der platzt einfach der Kragen. Jemand behandelt Allie schlecht? Nicht mit Dawn. Kurzentschlossen stürmt sie aus Allies Zimmer, bereit, Kaden so richtig in den Boden zu stampfen. Nur richtet sie ihre Wut nicht auf Kaden, sondern seinen besten Freund Spencer. Die Verwechslung ist ihr furchtbar unangenehm. Doch Spencer stört es gar nicht, von einer kleinen rothaarigen Frau so angegangen zu werden. Ganz im Gegenteil. Ohne es zu wollen oder zu merken, hat sie sein Interesse geweckt. 

„Hey, du musst der merkwürdige Mitbewohner sein!“ Dawn trat vor den dunkelhaarigen Kerl, der sich überrascht zu ihr umwandte. Sein neugieriger Blick war erstaunlich freundlich, ganz im Gegensatz zu Kadens. „Erst mal wollte ich dir sagen, dass ich deine Regeln absolut bescheuert finde. Ich meine, guck dich an, und dann guck sie an.“ Dawn deutete wüst mit dem Arm auf mich, und am liebsten wäre ich einfach im Boden versunken. Oder hätte mich aufgelöst. Eins von beidem definitiv. „Ich glaube nicht, dass sie es nötig hat, mit dir rumzumachen. Außerdem finde ich es unmöglich, dass du so ein klischeebeladenes Bild von Frauen hast und uns alle in eine Schublade steckst! Woher willst du überhaupt wissen, was wir in unserer Freizeit tun und lassen? Ich meine, es kann doch genauso gut sein, dass wir auf Wrestling stehen und professionell Football spielen.“
Kaden schloss die Kühlschranktür und drehte sich langsam um. Er beäugte Dawn mit hochgezogener Braue und verfolgte interessiert, wie sie seinen Freund niedermachte. Er sah fast so aus, als würde er schmunzeln. Aber eben nur fast. Hastig trat ich hinter Dawn und legte ihr die Hände auf die Schultern. Ich beugte mich vor und wisperte: „Das ist er nicht.“
Sie versteifte sich unter meinem Griff. „Wie, das ist er nicht?“
Ich nickte mit dem Kinn in Kadens Richtung. „Das ist Kaden, mein Mitbewohner. Kaden, das ist meine Freundin Dawn.“
Der andere Kerl hatte mittlerweile ein fettes Grinsen im Gesicht. 

Lines of Yesterday von Bianca Iosivoni

Violet&Devin

Das muss wohl einer meiner Lieblingsmomente in einem New Adult Roman überhaupt sein. Auch wenn es sich hier technisch gesehen nicht um eine erste Begegnung handelt, sondern eine Wieder-Begegnung. Aber das macht dieses Treffen nur noch besser. 
Violet ist an ihrem ersten Tag an der Uni zu spät. Viel zu spät. Doch ohne Kaffee in die Vorlesung zu gehen, kommt für sie trotzdem nicht in Frage. Also verschlägt es sie noch kurz in den Coffeeshop. Es hätte alles noch aufgehen können. Wäre die Kellnerin nicht zu abgelenkt, um ihren Kaffe zu machen. Abgelenkt von einem gut aussehenden Typen, der Violet die ganze Zeit beäugt. Was will er denn von ihr? Wenn er wüsste, dass ihr Freund ein Baseball-Spieler ist, würde er das mit dem Starren bestimmt lassen. Doch da hat sie sich getäuscht, denn als er sie endlich anspricht, kann Violet ihren Augen kaum trauen. Es ist Devin. Ihr bester Freund aus Kindheitstagen. Und auf einmal steht ihr Leben Kopf. 


Stirnrunzelnd sah ich auf seine Finger hinunter, die genau über dem breiten Armband lagen, das die Narbe an meinem Handgelenk verdeckte – und erstarrte. Um mich herum schien es keinen Sauerstoff mehr zu geben, denn als ich nach Luft schnappte, drang nichts davon in meine Lunge. Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Das konnte nicht sein. Ich starrte auf sein Handgelenk, auf dem eine etwa zwei Zentimeter lange Narbe prangte. Nur wenige Millimeter breit und beinahe weiß hob sie sich wie ein Kratzer vom Rest seiner gebräunten Haut ab. Würde ich nicht wie jeden Tag mein Armband tragen, könnte er sehen, dass ich dieselbe Narbe aufwies. Eine Narbe, die in seine überging, wenn er mich genauso festhielt wie jetzt. Weil dieser fremde Kerl nicht irgendwer war. Mit einem Mal raste mein Herz und mein Mund wurde trocken. Ich musste mich dazu zwingen, zu ihm hochzuschauen, um mich davon zu überzeugen, dass ich mir das nicht bloß einbildete. Er sah mich unentwegt an und in seinen Augen lag nichts als Wärme. 
„Springst du noch immer gern in reißende Flüsse?“, fragte er in einem Tonfall, der nun eindeutig mich auf dumme Gedanken brachte. 

Save Me von Mona Kasten

Ruby&James

Ruby hätte niemals gedacht, dass sie jemals Kontakt zu James Beaufort haben würde. Dem König ihrer Schule. Zumindest fühlt er sich mindestens so wichtig. Doch auf einmal überfällt er sie mitten in der Mittagspause und bietet ihr Geld an. Denn Ruby hat etwas über seine Familie in Erfahrung gebracht, was niemand erfahren darf. Doch sein Verhalten widert sie an. Genauso wie sein Bestechungsversuch. Sowas lässt sie sich nicht bieten. Also schmeißt sie ihm das Geld um die Ohren und rauscht einfach ab. Dieser Idiot. Er soll sie bloß in Ruhe lassen… Als ob er das könnte. 

Jemand zieht den Stuhl neben mir zur Seite und lässt sich darauf nieder. Lin wird von einer Sekunde auf die andere kreidebleich. Ich runzle die Stirn, als sie mit aufgerissenen Augen erst mich anstarrt, dann die Person, die dich neben mich gesetzt hat, und wieder mich. 
Ganz langsam drehe ich mich zur Seite – und blicke geradewegs in türkisblaue Augen.
Wie jeder an der Schule kenne ich diese Augen, nur habe ich sie noch nie aus der Nähe gesehen. Sie sind Teil eines markanten Gesichts mit dunklen Brauen, ausgeprägten Wangenknochen und einem arrogant geschwungenen, schönen Mund. 
James Beaufort hat sich neben mich gesetzt. 
Und er sieht mich an. 

Von Nahem wirkt er noch gefährlicher als aus der Ferne. Er ist einer derjenigen in Maxton Hall, die sich benehmen, als würde ihnen die Schule gehören. Und genau so sieht er auch aus: Seine Haltung ist aufrecht und selbstsicher, seine Krawatte sitzt perfekt. An ihm sieht die eigentlich recht gewöhnliche Schuluniform erstklassig aus, als wäre sie für seinen Körper gemacht worden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass seine Mutter sie designt hat. Das Einzige an ihm, was nicht akkurat ist, sind seine rotblonden Haare, die im Gegensatz zu denen seiner Schwester nicht perfekt gestylt, sondern wild durcheinander sind. 
„Hey“, sagt er. 

Kiss Me Once von Stella Tack

Ivy&Ryan

Übereinander herfallen bekommt bei diesen beiden eine völlig neue Bedeutung. Ivy weiß, dass ihr bald ein Bodyguard an der Ferse kleben wird. Ryan weiß, dass er bald eine reiche Göre beschützen muss. Doch in ihrer letzten Nacht in Freiheit wollen beide noch einmal richtig Spaß haben. Und stolpern dabei übereinander. Ivy landet auf Ryan und das Knistern zwischen den beiden ist ab der ersten Sekunde, in der sie sich in die Augen sehen, vorhanden. Wenn sie nur schon ahnen würden, wer ihr Gegenüber ist – und sie eigentlich sehr viel mehr Abstand einhalten müssten. 

Plötzlich krachte etwas hart gegen meinen Rücken. 
„Was zum…?“ Fluchend kam ich ins Stolpern. Rosa Haarsträhnen füllten mein Blickfeld und ich hörte einen überraschten Schrei, der mir in den Ohren klingelte. 
Ich reagierte instinktiv. Obwohl ich gerade selbst zu Boden fiel, drehte ich mich blitzschnell herum und schlang schützend die Arme um die Taille des Mädchens, damit es auf mir landen würde. Pfft. Mir schoss die Luft aus den Lungen, während sich ein schlanker, warmer Körper an mich presste. Ein Knie drückte mir ziemlich unangenehm in die Leiste, was mich schmerzerfüllt aufstöhnen ließ. Himmel! Das waren die spitzesten Knie der Weltgeschichte.
„Fuck! Hast du was mit den Füßen oder findest du mich einfach nur umwerfend?“ Schwer atmend starrte ich das Mädchen an – und blickte in die größten blauen Augen, die ich jemals gesehen hatte. Wow. 

Falling Fast von Bianca Iosivoni

Hailee ist alleine in einer fremden Stadt. Und in einer Bar gelandet, in der sie nicht eine Person kennt. Und natürlich wird sie sofort von einem fremden Kerl bedrängt. Sie weiß nicht, wie sie sich aus dieser Situation noch retten soll. Und dann erblickt sie Chase. Schon, als sie die Bar betreten hat, haben sich ihre Blicke auf so eine bedeutungsvolle Weise getroffen. Und nun folgt sie einem Impuls und hofft, dass Chase ihr hilft, aus dieser unangenehmen Situation wieder herauszukommen. 

„Hey, da bist du ja!“
Die Stimme ist so hell und weich – und mir völlig unbekannt. Ich drehe den Kopf und starre in das Gesicht einer Fremden. Der Fremden. Dunkle Augen in einer undefinierbaren Farbe leuchten unter dunklen Brauen. Vielleicht irre ich mich, aber ich meine, eine leichte Panik darin erkennen zu können, obwohl sie mich anlächelt. Sie hat eine hohe Stirn, ein kleines Muttermal an der Wange und Lippen, die so voll sind, dass sie jeden Mann auf der Erde auf falsche Gedanken bringen müssen. Und einige Frauen mit Sicherheit auch. Die Farbe ihres Haares liegt irgendwo zwischen Blond und Braun mit hellen Strähnen, und es fällt ihr über die nackten Schultern. Aber am auffälligsten sind diese langen Ohrringe mit den bunten Federn, die bei jeder Bewegung mitschwingen. 

Sie mustert mich, als wäre ich die Antwort auf alle ihre Gebete – und ich habe noch immer keinen Schimmer, wer sie eigentlich ist. Ich weiß nur, dass mich dieser Blick jetzt, so ganz aus der Nähe, noch mehr fesselt als schon zuvor. Himmel…
„Da bin ich…“, antworte ich auf ihre ungewöhnliche Begrüßung. Ein fragender Unterton schwingt in meinen Worten mit. 
Ihre Fassade bröckelt keine Sekunde lang. Aber sie zuckt zusammen, als der Kerl von vorhin hinter ihr laut wird, und sagt leise: „Bitte spiel mit.“

Perfectly Broken von Sarah Stankewitz

Brooklyn&Chase

Diese erste Begegnung ist etwas ganz besonderes. Weil sie sehr lange auf sich warten lässt. Brooklyn und Chase kennen sich auf gewisse Weise schon. Nur eine Wand zwischen ihren Schlafzimmern trennt sie. Sie haben sich darüber schon unterhalten, sich Nachrichten geschickt, Chase hat ihr vorgelesen und ihr auf dem Klavier vorgespielt. Doch Brooklyn hatte furchtbare Angst vor einer Begegnung. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Wie sie es verkraften sollte. Deswegen hatte sie sich gewehrt. Und Chase hatte es verstanden und ihren Wunsch akzeptiert. Bis jetzt. Irgendwann konnte er es einfach nicht mehr aushalten und brach kurzer Hand die Tür auf, die ihre beiden Schlafzimmer voneinander trennte. 

„Ich komme jetzt rein. Lass die Augen zu“, empfiehlt er mir.
Während ich höre, wie die Tür langsam aufgeht, stehe ich weiterhin mitten im Raum in der Dunkelheit. Und wünsche mir, dass ich willensstärker wäre. Aber ich bin es nicht. Ich bin schwach. Und eigentlich will ich nur eines: endlich die Augen aufmachen…
„Ich komme jetzt auf dich zu“, kommentiert er jeden seiner Schritte. Etwas fällt zu Boden – vermutlich das Werkzeug, mit dem er die Tür mit meiner Erlaubnis aufgebrochen hat. Je näher er kommt, desto stärker spüre ich seine Anwesenheit. Ich inhaliere einen Duft, der mir neu ist und mich in einer anderen Sphäre befördert. 
Er riecht viel besser als in meinen Vorstellungen. Seine Nähe ist elektrisierend. Meine Haare stellen sich auf und recken sich ihm entgegen. 

Show me the Stars von Kira Mohn

Liv&Kyer

Liv hat eine Auszeit nötig. Ihr ganzes Leben hat sie auf ein Ziel hingearbeitet und jetzt weiß sie nicht mehr, ob sie es richtig angegangen ist. Nachdem sie ein Interview verpatzt hat, ist sie den ersten aussichtsreichen Job los. Ihre Niederlage wirft sie aus der Bahn. Also weg hier, so schnell wie möglich, heißt ihre neue Devise. Ihr Weg führt sie von Hamburg auf eine verlassene irische Insel in einen noch verlasseneren Leuchtturm namens Matthew. Dass sie ausgerechnet gleich bei ihrer Ankunft in Irland Kyer begegnen würde, damit hat sie nicht gerechnet. Schon gar nicht, dass sie ihn nur einmal anzusehen braucht, um völlig hin und weg zu sein. 

„Entschuldigung?“
Ich fahre herum. Vor mir steht ein hochgewachsener Mann mit dunklen Haaren und einem Lächeln, bei dem sich jede Sorge für den Moment in Luft auflöst. Dana würden in dieser Sekunde Fangzähne wachsen, da bin ich sicher. Herrgott, ich muss mich bemühen, ihn nicht dämlich anzustarren, und ich bin normalerweise die Letzte, die wildfremden Männern hinterhersieht. Er ist fast einen Kopf größer als ich und mustert mich interessiert aus silbergrauen Augen. Ausgehend von der Gelassenheit, mit der er meinem perplexen Gesichtsausdruck begegnet, ist er eindeutig gewohnt, dass Blicke an ihm hängenbleiben. Klar. Klar, dass mir so ein Typ ausgerechnet hier und jetzt begegnet.
Verdammt. 

„Ich bin Kyer“, sagt er. „Bist du Liv Baumgardt?“
Seine Stimme ist angenehm dunkel und melodiös, der irische Akzent, mit dem er den für ihn ungewohnten Namen Baumgardt ausgesprochen hat, zum Dahinschmelzen. 
Statt einer Antwort räuspere ich mich, wie in einem dieser Filme, in denen die weibliche Hauptdarstellerin sich plötzlich und unerwartet einem extrem attraktiven Mann gegenüber sieht, und ich schwöre, ich werde darüber nie wieder blöde Sprüche reißen. Man muss sich dann räuspern, sonst piepst man nämlich. 

Up all Night von April Dawson

Taylor&Daniel

Taylor hat so ziemlich den schlimmsten Tag hinter sich, den man nur hinter sich haben kann. Sie hat ihren Freund beim Fremdgehen erwischt, ihren Job verloren und ihr Auto wurde geklaut. Sie ist am Boden. Sie weiß nicht, was sie noch tun soll. Wo soll sie überhaupt noch wohnen? Zurück in die Wohnung, die sie sich mit ihrem jetzt Ex-Freund geteilt hat, kann sie nicht. Und nun hat sie auch keinen Job mehr, um eine Wohnung bezahlen zu können. Sie ist kurz davor, zusammenzubrechen. Da begegnet sie ausgerechnet Daniel Grant an diesem furchtbaren Tag. Ein Freund aus High School Tagen. Und er schafft es tatsächlich, ihr den Tag zu retten. 

„Taylor? Taylor Jensen?“, fragt mich ein Typ im Wintermantel, der mir ziemlich bekannt vorkommt, allerdings kann ich ihn nicht einordnen. 
„Ja?“, krächze ich, muss mich räuspern, um meine Stimme wiederzufinden. 
„Ich bin’s, Daniel. Daniel Grant aus der Highschool.“ Auch wenn es unhöflich ist, mustere ich ihn von oben bis unten. Dieser Berg von einem Mann soll mein ehemaliger Nachbar sein? Das Gesicht mit den bernsteinfarbenen Augen ist vielleicht immer noch dasselbe, aber er muss in Anabolika gebadet haben, um so auszusehen. 
„Hey Dan.“ Ohne zu überlegen, nenne ich ihn bei dem Spitznamen, den ich ihm im Kindergarten gegeben habe.
„Wie ist es dir so ergangen? Du siehst toll aus!“ Auch wenn das sicher halbherzig dahingesagt wurde, bringt mich seine erste Frage völlig aus dem Konzept. Was aus mir geworden ist? Ich habe meinen Job, mein Auto und meinen Freund verloren und drohe auf der Straße zu landen. Als diese Erkenntnis und ihr Ausmaß mich erreichen und das Adrenalin langsam weicht, breche ich in Tränen aus und werfe mich Daniel in die Arme. 

Berühre mich. Nicht von Laura Kneidl

Sage&Luca

Diese erste Begegnung ist eigentlich eher beunruhigend für Sage. Wegen ihrer Vergangenheit machen ihr Männer Angst. Nur ihre Gegenwart allein reicht schon. Und wenn sie groß, tätowiert und breit gebaut sind, macht es das nur umso schlimmer. Luca ist eigentlich alles, wovor Sage Angst hat. Und so ist die erste Begegnung für sie kein schönes Erlebnis, sondern begleitet von Panik. Aber dieser Moment ist trotzdem so besonders, wenn man weiß, was sich noch alles daraus entwickeln wird. Sage hat Angst vor Luca, ohne zu wissen, dass er einmal alles dafür tun würde, um sie zu beschützen und glücklich zu machen. Auf Laura Kneidls Webseite gibt es diese Szene sogar noch aus Lucas Sicht und die ist fast noch schöner zu lesen. Deswegen solltet ihr das dringend tun! 

Plötzlich wurde eine der Zimmertüren geöffnet. Ich zuckte zusammen, ermahnte mich allerdings weiterzugehen, um nicht aufzufallen. Doch ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein Mann aus dem Zimmer kommen würde. 
Ich erstarrte. Der Kerl, der mir nun gegenüberstand, erschien mir wie die Personifizierung all meiner Ängste. Er war groß, ein Riese im Vergleich zu meinen eins fünfundsechzig. Eine Tätowierung erstreckte sich über seinen gesamten rechten Arm, und an seinem Zeigefinder glaubte ich ebenfalls einen dunklen Schatten zu erkennen. Dies lenkte meine Aufmerksamkeit auf seine Hände. Seine freien Hände. Hände, mit denen er mich jederzeit packen und gegen die Wand drücken könnte. Mit einem Mal wurde mir eiskalt, als würde Eiswasser statt Blut durch meine Adern fließen, und ein taubes Gefühl breitete sich in meinen Gliedern aus. 

Als der Kerl meinem Blick begegnete, sog ich scharf die Luft ein. Seine Augen waren wie ein Regentag – diesig, kalt und grau, seine Haare wellten sich in dunkelblonden Locken um sein Gesicht. Und ein schiefes Grinsen, das anzüglicher nicht hätte sein können, umspielte seine Lippen. 

Cinder&Ella von Kelly Oram

Ella&Brian

Eigentlich kennen sich die beiden schon. Sie sind beste Freunde. Wissen alles übereinander. Nur sind sie sich noch nie persönlich begegnet. Ella hält ihren besten Freund, den sie nur unter dem Namen Cinder kennt, für einen reichen Typen, der mit Filmstar Brian Oliver befreundet ist. Noch ahnt sie nicht, dass Cinder nicht nur mit Brian Oliver befreundet ist. Er ist Brian Oliver. Auch Brian ist Ella noch nie begegnet. Bis zur Comic Con. Brian soll die Hauptfigur in der Verfilmung ihrer beider Lieblingsbuch spielen. Und Ella verwickelt den Hollywood-Liebling sofort in ein Wortgefecht. Die beiden diskutieren über ihr Lieblingsbuch. Wie sie es schon so oft zuvor im Internet getan haben. Und da erkennt Brian, wen er vor sich hat. Ella braucht ein bisschen länger, um die Situation zu durchschauen. Doch als Brian einen Insider der beiden fallen lässt, stockt Ella der Atem. Das kann nicht sein. Sie steht endlich vor Cinder. Und es ist ganz anders, als sie es sich schon so oft vorgestellt hatte. 

„Hast du nicht gerade noch gesagt, Cinder sei einer der großartigsten Buchhelden aller Zeiten?
Ich konnte genauso stur sein wie er. „Jeder große Held macht Fehler. Am Ende war Cinder nur weise und in der Lage, über sein Volk zu herrschen, weil Ellamara ihn gelehrt hat, über sein eigenes Wohl hinauszudenken. Er war eine großartige Figur, aber…“
„Ich weiß, ich weiß“, unterbrach mich Brian mit einem übertriebenen Seufzer. „Ellamara war die wahre Heldin.“
Ich erstarrte. Als ich Brian in die Augen sah, erwiderte er meinen Blick mit einem wissenden Lächeln und wartete darauf, dass bei mir der Groschen fiel. Pointe angekommen. Die Botschaft erreichte mich klar und deutlich, und mein Herz setzte aus. Das konnte nicht wahr sein. Um nichts in der Welt!

„Wie kommst du darauf?“ Ich schaffte es kaum, laut genug zu sprechen, dass er mich hören konnte. 
Brians Gesicht glättete sich, und er zuckte mit den Schultern. „Das hättest du als nächstes gesagt.“
„Ja, aber woher wusstest du das? Warum hast du es genau so formuliert?“
Wir wussten beide, dass ich die Antwort kannte. Brian beugte sich auf seinem Stuhl nach vorn und betrachtete mich eindringlich, und er flüsterte: „Sag mal Auto für mich.“
Neben mir schnappte jemand nach Luft. Vielleicht Juliette, aber sicher konnte ich mir nicht sein. Der Schock saß noch zu tief, als dass ich einen klaren Gedanken hätte fassen können. 
Cinder! Ich sprach mit Cinder! Cinder kannte Brian Oliver nicht. Cinder war Brian Oliver!

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