Rezension: Falling Fast von Bianca Iosivoni

Rezension auf einen Blick

Themen: Trauer, Liebe, Sommer
So fühlt sich das Buch an: schüchtern, mutig, verzweifelt
Der erste Satz: „Ich rolle meine restlichen Kleider zusammen und stopfe sie neben die Wasserflasche in meine Tasche.“

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen.

Ohne Spoiler

Hailee ist eigentlich schüchtern und gar nicht mutig. So hat sie sich zumindest vor diesem Sommer selbst beschrieben. Doch seit einigen Monaten ist sie jetzt schon unterwegs. Ein Roadtrip führt sie quer durch Amerika. Und immer wieder sagt sie sich eines: Sei mutig! Und so tut sie Dinge, die sie sich früher niemals zugetraut hätte. Die meiste Zeit hat sie alleine verbracht. Bis sie in Fairwood ankommt. Eigentlich war sie sich nicht sicher, ob sie es über sich bringen könnte, hierher zu kommen. Doch das hat sie. Denn sie hat hier noch etwas Wichtiges zu erledigen, ein Versprechen einzulösen. Und dann begegnet sie Chase. Von der ersten Sekunde an sind sie voneinander fasziniert. Doch sie beide hüten Geheimnisse und wissen beide, dass der Sommer bald zu Ende gehen wird. 

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Hailee ist alleine unterwegs und setzt sich immer wieder zum Ziel, über sich hinauszuwachsen. Ich mochte sie sofort. Sie ist schüchtern und trotzdem mutig. Und das mag auf den ersten Blick wie ein Gegensatz erscheinen, aber ihr Charakter hat für mich absolut Sinn gemacht. Niemand ist nur schüchtern oder nur mutig. Schon oft habe ich Bücher gelesen, wo ich mich über eindimensionale Charaktere geärgert habe. Doch bei diesem Buch musste ich das wirklich nicht. Chase und Hailee sind beide sehr vielseitige Personen, die sich real anfühlen. 

Auch Chase hat es mir angetan. Seitdem ich vor bestimmt einem Jahr „Die letzte erste Nacht“ gelesen habe, wollte ich schon wissen, wie es mit seiner Geschichte weitergeht, und endlich hatte das Warten ein Ende. (Falls ihr die Zusammenhänge aller Bianca Iosivoni New Adult Romane nachlesen wollt, könnt ihr das hier tun). 

Chase hat Probleme, die bestimmt viele Menschen in seinem Alter nachvollziehen können. Chase versucht, seinen eignen Weg zu finden, was ihm schwerfällt, weil er es meist allen Menschen um sich herum Recht macht und nicht sich selbst. 

Auch die Nebencharaktere haben dazu beigetragen, dass dieses Buch so gut zu lesen war. Sie alle sind so interessant, dass ich mir wünschen würde, Bianca Iosivoni würde ihnen allen noch ein eigenes Buch widmen. Vor allem Lexi, Chases Cousine, würde ich gerne noch besser kennenlernen. Sie kann hart wirken, aber sie hat auch vieles, was sie mit sich rumschleppt und sie bedrückt. Ich hoffe, dass das entweder in einem Buch über sie oder in Flying High nochmal beleuchtet wird. 

Alles in allem kann ich sagen, dass man dieses Buch lesen muss. Vor allem im Sommer, wenn man vielleicht selbst im Urlaub ist oder auf sich allein gestellt in einer neuen Stadt ankommt. Aber eine Warnung muss ich aussprechen: Man wird auf jeden Fall Taschentücher brauchen!

Spoilerwarnung

Jesper war Hailees und Chases bester Freund und ist jetzt ihre Verbindung. Er ist gestorben, und Hailee hat ihm versprochen, sein Manuskript zu finden, das er der Welt vermacht hat. Dieser Handlungsstrang hat mir wirklich gut gefallen. Hailees Trauer war deutlich greifbar. Genauso wie Chases Schuldgefühle, sich seinem besten Freund gegenüber nicht gut verhalten zu haben. 

Die Beziehung der beiden hat sich sehr schnell entwickelt. Das Buch erstreckt sich nur über 21 Tage. Normalerweise kommen mir Liebesgeschichten, die in einem so kurzen Zeitraum spielen, zu hektisch und unentwickelt vor. Doch hier war das überhaupt nicht der Fall. Die beiden erleben emotionale Momente miteinander und kennen schon schnell den Schmerz des anderen, obwohl beide ihre Geheimnisse behalten. 

Auch hat mich Bianca Iosivoni wirklich zum Weiterlesen getrieben, weil ich sehnsüchtig auf den ersten Kuss der beiden warten musste. Es gab nicht nur einen Fast-Kuss, der kurz vorher unterbrochen wurde, sondern gleich zwei. Kurz habe ich schon daran gezweifelt, dass es überhaupt noch passieren würde. Natürlich haben sich die beiden dann doch geküsst und es war wirklich romantisch. 

Viele Menschen hatten mich vor dem Ende gewarnt, weswegen ich bei den letzten 100 Seiten erstmal nicht wusste, ob ich weiterlesen soll, wenn ich noch so lange auf Flying High werde warten müssen. Deswegen war ich sehr nervös, als ich mich dann doch rangetraut habe. Immer wieder hat Hailee dieses Ende angedeutet: Sie weiß, wie das alles endet. Wenn sie das gesehen hat, kann sie als glückliche Frau sterben. Natürlich übersieht man diese Hinweise, wenn man nicht weiß, dass man nach ihnen suchen muss. Und so hat es mich schon echt getroffen, als klar wurde, dass ihre Zwillingsschwester Katie, von der Hailee immer erzählt hatte, dass sie sich darauf freut, sie wiederzusehen, in Wirklichkeit tot ist. Chase findet einen Abschiedsbrief von Hailee, indem sie ihm das erklärt. Die letzten Seiten bekommt man als Leser Chases Panik zu spüren, als er im Auto davonrast, um Hailee von ihrem Selbstmord abzuhalten. Damit endet das Buch. 

Ich kann gar nicht mehr abwarten, wie es weitergeht. Falling Fast ist eines der besten Bücher, das ich von Bianca Iosivoni gelesen habe. Und ich bin überzeugt, mit Flying High wird das nicht anders sein. 

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