Rezension: The Ivy Years. Bevor wir fallen von Sarina Bowen

Rezension auf einen Blick

Themen: Unfallfolgen, Eishockey, beste Freunde
So fühlt sich das Buch an: traurig, lustig, schwärmerisch
Der erste Satz: „Sieht doch vielversprechend aus“, sagte meine Mutter, als sie die mit Efeu überwucherte Fassade des Studentenwohnheims betrachtete. 

Vorwarnung: Diese Rezension hat zwei Teile. Die ersten Abschnitte sind Spoilerfrei. Alle Informationen, die ich offenlege, stehen entweder im ersten Kapitel oder im Klappentext. Es wird also nichts verraten. Der zweite Teil der Rezension enthält Spoiler, doch drüber steht dick und fett „Spoilerwarnung“. Wenn ihr bei diesem Teil ankommt und nichts verraten haben wollt, lest bitte nicht weiter. Wenn doch könnt ihr den Artikel bis zum Schluss lesen. 

Ohne Spoiler

Corey hat es satt, ständig mit so viel Vorsicht behandelt zu werden. Sie hatte einen Unfall. Sie kann nie wieder Eishockey spielen. Das ist schon schlimm genug. Da braucht sie nicht auch noch immer die Blicke ihrer überfürsorglichen Eltern auf sich spüren. Deswegen hat sie sich entschlossen, ihr Studium am Harkness College zu beginnen. Weit weg von Zuhause. Damit sie endlich wieder ein normales Leben führen kann. Naja, vielleicht nicht ganz normal. Denn sie wird in ein barrierefreies Wohnheim untergebracht, weil sie auf einen Rollstuhl oder Krücken angewiesen ist. Doch ihr Wohnheim kommt ihr sogar gelegen, denn gleich im Zimmer gegenüber zieht Adam Hartley ein, ein Eishockeyspieler, der sich bei einem Unfall die Beine gebrochen hat. Corey und Adam haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Schon schnell entwickelt Corey Gefühle, obwohl sie das gar nicht zulassen will, denn Adam hat eine hübsche Freundin – und Corey ist überzeugt, dass er sie niemals für ein Mädchen im Rollstuhl verlassen würde. 

Corey ist ein toller Charakter. Von der ersten Seite an habe ich so sympathisch gefunden, dass mir erstmal egal war, was überhaupt passiert. Sie ist lustig, obwohl sie immer noch mit den Folgen ihres Unfalls zu kämpfen hat. Sie ist mutig und tapfer. Die Probleme, die sie wegen ihrer Verletzungen hat, haben mich berührt. Es ging auch schon bei Kleinigkeiten los. Dass sie nicht zu einer Party gehen kann, weil es keinen Aufzug gibt. Dass Menschen sie anders behandeln, obwohl sie eigentlich wie jeder andere sein will. Wenn durchscheint, dass sie überzeugt ist, niemanden finden zu können, der sie liebt, wegen ihrer Verletzungen, hatte ich oft einen richtigen Kloß im Hals. Und obwohl sie so verletzlich ist, ist sie doch stark. 

Adam Hartley muss man einfach lieben. Er und Corey freunden sich sofort an und schenken sich in ihren Unterhaltungen nichts. Jeder braucht einen Adam Hartley in seinem Leben. 

Mein Fazit: Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Ich habe es mehr oder weniger am Stück gelesen. Die Geschichte bringt zum Lachen und Weinen. Perfekt, wenn man sich nach dem Lesen nach einem wohligen Gefühl in der Magengrube sehnt. 

Spoilerwarnung 

Für alle, die sich gerne Spoilern lassen, gehts jetzt weiter.

Meine einzige Kritik, die ich jetzt vorbringen will, ist Adams Freundin. Stella ist ein reiches, verzogenes Mädchen wie man sie schon aus so vielen Geschichten kennt. Im Vergleich zu den anderen sehr runden Charakteren fand ich sie sehr platt, und das hat mich irritiert. Vor allem hat es mir nicht so richtig eingeleuchtet, warum Adam überhaupt so lange braucht, um mit ihr Schluss zu machen. Außer, dass sie heiß ist und für ihn etwas repräsentiert, gibt er eigentlich keinen guten Grund, warum er überhaupt mit ihr zusammen ist. Der lustige, liebe Adam hat so gar nicht zu ihr gepasst. 

Aber wieder zurück zum Positiven, weil es davon noch so vieles gibt. Die Gefühle von Corey und Adam entwickeln sich sehr natürlich. Die beiden kennen sich sehr lange, bis sie tiefe Gefühle füreinander haben. Deswegen habe ich ihnen das auch sofort abgekauft. Adam ist für Corey sehr wichtig, um die Folgen ihres Unfalls zu verarbeiten. Bei einem Eishockeyspiel hat sie sich den Rücken verletzt. Sie wird nie wieder den Sport treiben können, den sie so sehr liebt. Und weil auch Adam Eishockey spielt, kann er sich gut in sie hineinversetzen. Er redet mit ihr auch über Themen, die ihr unangenehm sind. Zum Beispiel weiß Corey erst nicht, wie weit ihre Taubheit reicht. Sie weiß nicht, ob sie Freude beim Sex haben kann. Spoiler-Alert: Sie kann. Doch obwohl ihr das Thema peinlich ist, redet Adam mit ihr darüber und überwindet bei einer teuren Flasche Champagner ihre Ängste zusammen mit ihr. 

Die lustigste Szene war für mich der Morgen, nachdem Corey und Adam zusammen gekommen sind. Denn das schlimmste tritt ein, was sich Corey vorstellen kann: ihr Bruder steht vor der Tür. Ein ehemaliger Teamkollege von Adam. Alle gehen zusammen in der Mensa essen und Adams bester Kumpel verrät die beiden aus Versehen vor ihrem Bruder. Coreys Gefühle wurden so gut beschrieben, dass ich richtig fühlen konnte, wie unangenehm ihr die Situation sein muss. Generell musste ich beim Lesen immer wieder laut auflachen.

The Ivy Years ist eine Buchreihe, und es gibt noch weitere Liebesgeschichten, die am renommierten Harkness College spielen. Ich muss auf jeden Fall noch weitere Bücher von Sarina Bowen lesen und bin gespannt, ob sie auch andere ernste Themen so gefühlvoll und doch mit Humor rüberbringen kann. Ich freue mich schon. 

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