Schreibtipps: Welche Hilfsmittel euch das Schreiben erleichtern

Ideen stapeln sich auf wackeligen Hügeln in euren Köpfen, genauso wie die Notizbücher auf eurem Schreibtisch? Ihr habt über und über vollgekritzelte Seiten und keine Ahnung mehr, wo was steht, wozu es gehört und wozu ihr es eigentlich braucht? Dann geht es euch genauso wie mir. Wenn man kreativ arbeitet, funktioniert das nun mal leider nicht so geordnet, wie man sich manchmal wünschen würde. Ideen kommen, wann sie es für richtig halten. Nachts, wenn man eigentlich schlafen will. Wenn man unterwegs ist. In den seltensten Fällen, wenn man tatsächlich am Schreibtisch sitzt und bereit wäre, sie ordentlich aufzuschreiben. 

Ich habe mehr Notizbücher, als gesund sein kann. Doch irgendwie habe ich es doch mit ein paar Tricks geschafft, mich in meinem Notizbuch-Urwald zurecht zu finden. Diese und andere Programme, die mir das Leben noch zusätzlich erleichtern, will ich hier vorstellen. Ich hoffe, dass ich so dem einen oder anderen die Nervenzusammenbrüche ersparen kann, die ich die letzten Jahre erlitten habe. 

Notizbücher – Die Mutter aller Schreibprogramme

Sie sind natürlich der Ausgangspunkt. Ich habe immer eins dabei. Ich verlasse das Haus nicht mehr ohne. Genauso automatisch, wie ich mein Handy, Portemonnaie und Schlüssel einpacke, habe ich auch ein kleines Büchlein und einen Stift dabei. Natürlich kann man seine Notizen genauso gut in sein Handy machen, aber da würde ich mich zu schnell nicht mehr zurecht finden. 

Aber was ist mein System? Erstmal habe ich verschiedene Notizbücher für verschiedene Themen. Wenn ich schon eine konkrete Geschichte im Kopf habe, die ich als nächstes schreiben will, bekommt sie ein eigenes Notizbuch. So habe ich alles, was dieses Thema betrifft, in einem Büchlein. Am Anfang habe ich noch alle Ideen zu allen Büchern in ein Buch geschrieben. Das war ein einziges Chaos. Ideen verschwinden, als habe man sie nie aufgeschrieben. Meine Nerven sind bei den Versuchen drauf gegangen, Szenen wiederzufinden, von denen ich mir 100-prozentig sicher war, sie in dieses Buch geschrieben zu haben. 

Wenn man für jede Idee ein Buch hat, erübrigt sich das. Ich kann mir merken, in welchem Buch welche Buchidee steht. Wenn ihr wollt, könnt ihr jedem Notizbuch noch einen Titel geben. 

Natürlich kann man das jetzt nicht mehr für alles rückwirkend anwenden. Vielleicht habt ihr schon ein altes Notizbuch Zuhause herumliegen, in dem chaotische Ideen herumfliegen. Auch kein Problem. Für Notizbücher, in denen verschiedene Ideen stehen sollen, habe ich auch ein System. Dazu braucht ihr nur ein paar bunte Marker. Auf der ersten Seite mache ich mir eine Legende. Ich mache einen Punkt mit dem Marker und schreibe dazu, welche Idee er markiert. Und dann markiere ich die Ränder der Notizbuchseiten mit verschiedenen Farben. So findet man sehr schnell die Seiten, die man sucht. Ihr könnt euch dazu verschiedene Kategorien überlegen. Unter pink habt ihr dann vielleicht Sätze stehen, die euch spontan eingefallen sind und die ihr schön findet. Unter blau findet ihr dann Ideen, von denen ihr nicht wisst, wie ihr sie verwenden sollt. Und grün sind alle Einträge, die zur nächsten Buchidee gehören.

Natürlich bleibt auch so noch ein gewisses Chaos bestehen. Da können dann Programme helfen. 

Scrivener – Das Programm, das einem keine Nerven abverlangt

Scrivener hat mir wirklich das Leben auf so vielen Ebenen erleichtert. Ich liebe dieses Programm. Es kostet zwar Geld. Aber für mich hat es sich gelohnt. Ich bin normalerweise ein Mensch, der sich in ein neues Programm richtig einarbeiten muss, doch mit Scrivener hat sich das meiste von selbst erklärt. Also auch für Technik-Muffel empfehlenswert. Und wer doch mal Probleme hat, kann bei YouTube sehr viele hilfreiche Tutorials finden.

Wer Scrivener nicht kennt, es ist ein Programm, in dem ihr Texte anlegen könnt. Doch anstatt einen zusammenhängenden Text zu haben wie bei Pages und Word, könnt ihr sie hier unterteilen. Ihr könnt Ordner anlegen, einzelne kleine Texte, die ihr in einem Ordner bündelt. Es gibt vorgefertigte Muster, ihr könnt Bilder einbetten und meine Lieblingsfunktion: Notizen an der Seite anlegen. 

Das hat viele Vorteile. Wenn ihr ein Buch plant oder einen längeren Text wie eine Abschlussarbeit oder ähnliches habt ihr vielleicht noch nicht den genauen Ablauf im Kopf aber einzelne Punkte. Die könnt ihr hier in einzelnen Textschnipseln anlegen und dann hin und her schieben. Und wenn ihr sie noch nicht schreiben, aber ein paar Ideen festhalten wollt, könnt ihr das in der Randnotiz. 

Dazu gibt es noch viele weitere Funktionen. Jedem Text kann man ein Symbol geben. Zum Beispiel ein Kästchen mit und ohne Häkchen, damit ihr immer markieren könnt, welchen Text ihr schon Korrektur gelesen habt und welchen nicht. Ihr könnt euch auch das Format eines Drehbuchs anlegen lassen. Es gibt Formatvorlagen, aus denen man auswählen kann. 

Auch ich verwende für meinen Blog Scrivener. Ich habe ein einziges Dokument, in dem alle meine Blogeinträge zusammengefasst sind. Sobald ich sie geschrieben und veröffentlicht habe, bekommen sie ein Häkchen, damit ich weiß, welches Thema ich schon bearbeitet habe. Alle anderen Ideen sind in verschiedenen Ordnern gebündelt, wo sie nur darauf warten, dass ich sie als nächstes schreibe. So habe ich nicht ganz viele einzelne Dokumente auf meinem Rechner, sondern alles in einem, wo ich alles gut überblicken kann. 

Wenn euch Scrivener zu teuer ist, dann könnt ihr auch versuchen, euch einen Überblick über eure Handlung in einem Word- oder Pages-Dokument zu verschaffen. Das habe ich auch eine Zeit lang gemacht, aber im Vergleich zu Scrivener ist es natürlich sehr unübersichtlich. Bevor ich mit dem richtigen Schreiben angefangen habe, habe ich mir ein Konzept angelegt. Alle Ideen, die ich zu einer Szene hatte, habe ich an einer Stelle gesammelt und die Szenen in eine chronologische Reihenfolge gebracht. Mit Copy-Paste kann man sie dann natürlich auch in der Reihenfolge vertauschen. 

Pinterest – Damit ihr die Bilder nicht mehr nur im Kopf habt

Jeder wird früher oder später beim Schreiben auf ein Problem stoßen. Man kommt irgendwie nicht weiter, man ist nicht inspiriert, die Worte fließen nicht mehr richtig aufs Papier, sondern lösen sich nur noch langsam aus dem Kopf. Was ich dann immer brauche, ist neuer Input. Neue Eindrücke. Ein Spaziergang kann helfen. Ein bisschen frische Luft schnappen. Wenn man dafür zu faul ist, gibt es auch eine andere Lösung. Für jede meiner Buchideen lege ich mir eine Pinterest-Pinnwand an. Ich füge alle Bilder hinzu, die dazu passen. Sprüche, Bilder, Zeichnungen. Alles, was mich anspricht. Und wenn ich mal nicht weiterkomme, gucke ich mir entweder die Bilder an, die ich schon ausgesucht habe oder suche nach neuen. Dann entspannt sich das Gehirn ein bisschen und die vielen Eindrücke helfen, neue Ideen zu finden. 

Auch hilft es, die Ideen, die man hat, zu visualisieren. Manchmal hat man eine vage Vorstellung davon, wie ein Ort aussehen soll, doch sie ist nicht konkret genug, um sie auch überzeugend zu Papier zu bringen. Immer, wenn es mir so geht, scrolle ich durch Pinterest, bis ich einige Bilder gefunden habe, die mir dabei helfen, das Bild in meinem Kopf zu konkretisieren. Schnell habe ich den Ort dann genau vor Augen und kann ihn detailliert beschreiben. 

Meine geliebte Korkwand – Wie die Handlung Form annimmt

Zu der analogen und altmodischen Korkwand gibt es natürlich auch digitale Alternativen. Aber die sind meist teurer, und ich mag es, mit kleinen Notizzettelchen und Stecknadeln zu arbeiten. Mein Board nutze ich dazu, meine Bücher zu planen. So habe ich alles direkt vor mir und muss nicht immer auf den Laptop schauen. Sobald ich der Meinung bin, ein Handlungspunkt gehört besser an eine andere Stelle, verschiebe ich ihn sofort. Und man kann mit bunten Stiften und Zettelchen nachhelfen. Jede Figur kann eine andere Farbe haben und Ähnliches, um sich beim Planen leichter zu tun.

Mehr Hilfsmittel habe ich mir noch nicht angeschafft. Vielleicht entdecke ich noch andere für mich. Sollte das der Fall sein, werde ich diesen Artikel aktualisieren. Aber ich muss sagen, dass ich mit meinen Hilfsmitteln im Moment wirklich sehr zufrieden bin. Ich konnte einen guten Arbeitsablauf finden. Aber natürlich muss jeder selbst herausfinden, was für ihn am besten passt. Hoffentlich helfen euch meine Tipps dabei, euren eigenen Weg zu finden.

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