Rezension: Fire & Frost. Vom Eis berührt von Elly Blake

Rezension auf einen Blick 

Themen: Elemente-Bändigen, Liebe, Rebellion
So fühlt sich das Buch an: spannend, romantisch, tapfer
Der erste Satz: „Ich bot dem Feuer meine Hand.

Vorwarnung: Der erste Teil dieser Rezension ist frei von Spoilern. Die Informationen, die ich preisgebe, stehen auf den ersten Seiten des Buches oder im Klappentext. Ab dem Absatz mit der Überschrift „Spoilerwarnung“ bespreche ich die vollständige Handlung des Buches. Ab da verrate ich also wichtige Punkte, die ihr vielleicht nicht verraten haben wollt. Also wer das Buch noch ohne Vorwissen lesen will, sollte dort aus dem Text aussteigen. 

Ohne Spoiler

Ruby wird gejagt, eingesperrt und gehasst. Und das alles nur, weil sie mit einer Gabe geboren wurde, die sie selbst nicht vollständig versteht oder kontrollieren kann. In einem Königreich aus Eis ist sie mit ihrer Macht über Feuer eine Gefahr. Sie ist ein Fireblood. Als sie entdeckt wird, töten Soldaten des Frostkönigs ihre Mutter und sperren sie in einen Kerker. Sie schwört allen Frostbloods Rache. Deswegen ist es für sie nicht gerade einfach zu akzeptieren, dass gerade ein Frostblood es ist, der sie rettet. Arcus beherrscht die Kälte und das Eis. Er ist in jeder Hinsicht das Gegenteil von Ruby. Die beiden können sich kaum miteinander arrangieren, doch das müssen sie. Denn mit Rubys Hilfe will Arcus die Rebellion gegen den verhassten Frostkönig anzetteln. Beim Training fliegen zwischen den beiden schon bald die Funken, doch bevor sich Ruby über ihre Gefühle für Arcus klar werden kann, wird sie von jemandem aus ihren eigenen Reihen verraten. 

In die Idee der Geschichte habe ich mich sofort verliebt. Eine Feuerkriegerin, die in einer Welt aus Eis und Schnee lebt. Da kann doch eigentlich nur eine gute Geschichte bei rauskommen. Seit ich ein Kind bin, liebe ich alles, was mit Elemente-Bändigen zu tun hat. Natürlich kann nichts an Avatar heranreichen. Aber auch diese Geschichte hat mir gut gefallen.

Die Dynamik zwischen Ruby und Arcus ist der Kern der Handlung. Ihr Temperament entspricht dem ihrer Gaben. Arcus ist ruhig und kontrolliert und oft auch sehr grimmig. Ruby hingegen ist temperamentvoll und leidenschaftlich. Diese beiden Extreme miteinander agieren zu sehen, ist sehr unterhaltsam. 

Das Einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war manchmal der Schreibstil. Elly Blake kann Rubys Gefühle gut rüberbringen. Auch wusste ich immer, wie die Umgebung aussieht, in der sich Ruby gerade bewegt. Doch manchmal benennt Blake die Gedanken zu explizit und erklärt sie, obwohl sie dem Leser auch von selbst klar werden. Auch wirkten manche Dialoge ein bisschen unnatürlich, dass ich mich unwillkürlich gefragt habe: Wer redet so im echten Leben? Aber das kann auch an mir liegen. Vielleicht stört es euch gar nicht. Sowas ist immer auch Geschmacksache. 

Ich kann das Buch auf jeden Fall guten Gewissens empfehlen. Es ist der erste Teil einer Trilogie, aber er lässt sich auch gut alleine lesen, falls ihr gerade keine Zeit habt, gleich wieder eine ganze Reihe anzufangen. Ich habe bis jetzt nur den ersten Teil gelesen und bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich die nächsten zwei Teile anfangen werde. Denn für mich war es eine gute runde Geschichte. 

Spoilerwarnung

Hier noch ein paar Meinungen von mir, die ich nur loswerden kann, wenn ich auch ein bisschen was von der Handlung verrate. Noch bleibt Zeit, auszusteigen. Nein? Okay, weiter gehts. 

Ruby wird von Arcus in ein Kloster gebracht, wo sie sich verstecken kann. Dieses ruhige Setting hat mir gut gefallen, weil ich die nahende Bedrohung trotzdem sehr deutlich spüren konnte. Auch die Mönche und vor allem Rubys Mentor Bruder Thistle haben mir als Nebencharaktere gut gefallen. Bruder Thistles beruhigende Art war ein guter Ausgleich zu Arcus. Die beiden haben sich sehr gut ergänzt, um Ruby auf ihrem Weg zu begleiten. 

Richtig spannend wurde es für mich aber ungefähr ab der Hälfte des Buches. Ruby wird verraten und von den Soldaten verschleppt. Und Arcus kann nichts tun, um das zu verhindern. Vor allem wird dem Leser nicht verraten, was Arcus vorhat und ob er Pläne hat, Ruby zu befreien. Das hat für mich die Spannung gehalten. 

Ruby wird in das Schloss des Frostkönigs gebracht. Ein Eispalast mit einem sonderbaren Thron, von dem eine Macht ausgeht, die ihre Kräfte dämpft. Um zur Unterhaltung des Monarchen beizutragen, wird Ruby gezwungen, in der Arena zu kämpfen. Dort finden Gladiatorenkämpfe statt, nur, dass die Kämpfer übernatürliche Kräfte haben. Ruby scheint schon sehr schnell unterlegen zu sein, doch eine dunkle Macht ergreift von ihr Besitz. Eine blutrünstige Macht, die Freude am Töten hat. So gewinnt sie jeden Kampf.

Dieser Aspekt wäre für mich ein Grund, auch die nächsten Teile zu lesen. Denn die Macht wird noch nicht vollständig erklärt oder besiegt. Es wird nur klar, dass sie vom Thron ausgeht und somit auch den König kontrolliert. Diesen Thron zu zerstören, ist Rubys Aufgabe, doch sie weiß nicht, wie sie den Eisthron verbrennen soll, wenn sie in seiner Nähe immer ihre Kräfte verliert. Natürlich gelingt es ihr am Ende doch, und die Kraft, die sich dort eingenistet hatte, wird so befreit. 

Der Höhepunkt des Buches ist, als Arcus mit seinen Anhängern das Schloss stürmt und seine wahre Identität herauskommt: Er ist der Bruder des Königs. Und als dieser stirbt, wird er der neue König. Auch etwas, dass mich dazu animieren könnte, doch noch weiterzulesen. 

Im nächsten Teil reist Ruby ins Reich der Feuerkönigin und begegnet dort einem Fireblood namens Kai. Im Klappentext wird angedeutet, dass Kai ihr zweiter Love Interest werden könnte. Was ich davon halten soll, weiß ich nicht. Ich habe schon so viele Bücher gelesen, in denen ein Mädchen sich zwischen zwei Männern entscheiden muss, dass ich es eigentlich nur noch in Ausnahmefällen gut zu lesen finde. Eine dieser Ausnahmen war „Der Kuss der Lüge“ und hier könnt ihr nachlesen, warum:

Vielleicht ist Fire & Frost ja auch so eine Ausnahme. Aber ich widme mich erstmal anderen Büchern auf meinem Lesestapel, bevor ich mit Fire & Frost weitermache. 

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